Michi Kolm baut jetzt Wein in Schönfeld an. Bärenhof-Wirt experimentiert auf 950 Metern Seehöhe: In drei Jahren sollen rund 100 Flaschen Donauriesling abgefüllt sein.

Von Markus Füxl. Erstellt am 05. Mai 2021 (05:16)
Michael Kolm und Gerald Schneider, Leiter des befreundeten Weinguts Hirsch aus Kammern, bauten 200 Weinstöcke vor dem Bärenhof an.
Markus Füxl

Neue kulinarische Wege beschreitet Michael Kolm vom Bärenhof: Er baut ab sofort Wein an – und das auf 953 Metern über dem Meeresspiegel.

„Das ist ein Experiment, das ich einfach ausprobieren möchte“, sagt er zum wahrscheinlich höchstgelegenen Weingarten des Waldviertels. An der Idee feilte er mit dem befreundeten Winzer Josef Hirsch aus Kammern im Kamptal: „Er war bereits Winzer des Jahres und spielt damit in der absoluten Championsleague, was Wein angeht“, so Kolm. Mit dem Leiter des Weinguts, Gerald Schneider, und weiteren Helfern pflanzte er vergangene Woche 200 Stöcke auf 500 Quadratmetern an. „Es ist keine typische Weinbauregion – aber eine schöne Südhanglage“, sagt der Gastronom zum neuen Weinhang direkt vor dem Bärenhof.

Die Sorte: Donauriesling. Mit dem Projekt möchte er auch sehen, welchen Fortschritt der Klimawandel bereits genommen hat: „Vor zehn Jahren hat auch keiner geglaubt, dass du bei uns Mais anbauen kannst. Jetzt siehst du das aber immer wieder“, sagt Kolm. Die strengen Winter, in denen der Schnee nach Weihnachten erst wieder mit März geschmolzen ist, seien lange vorbei.

Trotzdem setzt er auf eine möglichst resistente Rebsorte: Donauriesling. Dabei handelt es sich um einen sogenannten Piwi-Wein, also Wein, der gegenüber Pilzen widerstandsfähig ist. „Donauriesling wird schneller reif als andere Sorten, man kann früher ernten. Die Zeit um die Eisheiligen Anfang Mai wird aber eine Challenge“, sagt Kolm. Die erste Ernte kann er in drei Jahren einfahren, geerntet wird dann Ende August, Anfang September. Einen Arbeitstitel gibt es für den Tropfen aus Arbesbach bereits: „Lage Schönfeld“ soll der Wein heißen. Kolm rechnet mit einem Ertrag von etwa 100 Flaschen. Ob er sich für seine neue Arbeit als aktiver Winzer einlesen musste? „Nicht wirklich, ich bin eher einer, der sich reintrinkt“, sagt er lachend.

Großer Umbau noch heuer. Ab November möchte Kolm den Bärenhof erneuern: Eine neue Lounge ist geplant, ebenso wie ein neues Fensterkonzept: „Wir wollen die Landschaft ins Restaurant holen.“ Für den aktuellen Saisonstart des Bärenwaldes möchte er im Kiosk ein neues, größeres Speisenangebot für die Ausflugsbesucher bieten.