Öko-Mode in einstigem Beisl. Unter dem Titel „rECOgnize“ eröffnet Krebsforscher in Zwettler Hamerlingstraße neues Geschäft.

Von Markus Füxl. Erstellt am 16. August 2019 (04:34)
Markus Füxl
In der Hamerlingstraße 9, wo früher Pubs untergebracht waren, bietet Arnold Bolomsky ab 26. August ökologische und nachhaltige Baby- und Kindermode an. Im Oktober soll Erweiterung stattfinden.

Bald ist die Zwettler Hamerlingstraße wieder um ein Geschäft reicher: Der 33-jährige Arnold Bolomsky eröffnet am 26. August im Gebäude mit der Nummer Neun ein Geschäft für Baby- und Kindermode. Das Besondere dabei: „Wir wollen mit den Produkten den ökologischen Fußabdruck möglichst klein halten. Die Produkte sind ökologisch, nachhaltig und aus einer fairen Erzeugung“, erklärt Bolomsky.

„Wir wollen mit den Produkten den ökologischen Fußabdruck möglichst klein halten. Die Produkte sind ökologisch, nachhaltig und aus einer fairen Erzeugung“Arnold Bolomsky

Der gebürtige Zwettler hat einen Doktortitel in molekularer Biotechnologie und arbeitet in der Krebsforschung. Er wohnt mit seiner Partnerin und einer zweijährigen Tochter in Krems. Auf die Idee für das Bio-Geschäft kam er bei einem Familienbesuch in Zwettl: „Wir haben unseren Koffer daheim vergessen. Als wir versuchten, wirklich nachhaltige Biokleidung für Kinder in Zwettl zu kaufen, stießen wir an eine Grenze.“ So würden offiziell viele Produkte als „Biobaumwolle“ ausgegeben. „Das sagt aber nichts über den Herstellungsprozess aus. Die Textilbranche ist weltweit einer der größten Umweltverschmutzer“, sagt Bolomsky. So würden herkömmliche Baby- und Kindermoden zahlreiche allergene und karzinogene, also krebserregende, Stoffe enthalten.

Aus einer idealistischen Idee heraus habe der Familienvater die Idee des Öko-Kleidungsgeschäftes geboren: „Jeden Tag heißt es in den Nachrichten, dass es immer heißer wird und es weniger Regen gibt. Wir müssen unsere Gewohnheiten umstellen, das fängt auch bei der Kleidung an.“

Betreiber will Raum zur Verfügung stellen

Das Geschäft mit dem Namen „rECOgnize“ soll neben Kinderkleidung auch Spielwaren, Bücher, Barfußschuhe und Umstandskleidung im Sortiment haben. Um entsprechende Marken zu finden, tingelte Bolomsky monatelang durch ganz Österreich. Dabei stieß er auf verschiedene Bio-Modedesigner, darunter etwa Nadescha Stenzel aus Krems.

Die Suche nach einem geeigneten Standort in der Zwettler Innenstadt gestaltete sich schwierig: „Du kannst in Zwettl nicht Mietpreise wie in der Wiener Landstraße verlangen und erwarten, dass jemand einzieht“, sagt Bolomsky. In der Hamerlingstraße 9 wurde er schließlich fündig. Früher waren dort immer wieder Pubs untergebracht. Mittlerweile stand das Gebäude etwa vier Jahre lang leer. „Wir haben wahnsinnig viel hergerichtet. Die Wände sind runtergebröselt, der Boden war pechschwarz“, sagt Bolomsky. Eine Theke musste er entfernen, die Fliesenwand wurde neu verkleidet.

Das etwa 35 Quadratmeter große Geschäft möchte er anfangs 60 Stunden in der Woche betreiben. Langfristig soll „rECOgnize“ etwa 30 Stunden in der Woche geöffnet haben. Daneben sollen die Räumlichkeiten nach einem Roomsharing-Konzept mit anderen Interessenten geteilt werden: „Ich kann mir vorstellen, dass dort Bands proben, Infoabende, aber auch Bibel-Lesungen stattfinden können“, sagt Bolomsky. Auch dass Künstler ihre Bilder für bis zu sechs Monate lang dort ausstellen, sei laut dem 33-Jährigen angedacht.

Im Oktober soll im knapp 20 Quadratmeter großen Bereich nebenan ein weiterer Bereich mit Erwachsenenkleidung öffnen.