Oberförster des Zwettler Stifts durchleuchtet das Meer. Der Stift Zwettler Förster Gerhard Blaich schrieb an einem 1.300 Seiten umfassenden Buch über das Mittelmeer mit.

Von Joachim Brand. Erstellt am 17. Januar 2021 (04:12)
Gerald Blaich schrieb als Co-Autor das Buch „Das Mittelmeer“ gemeinsam mit dem bekannten Zoologen Robert Hofrichter.
Joachim Brand

Sein berufliches Umfeld ist der Wald, seine Leidenschaft ist das Meer. Diese Passion fand nun als Co-Autor in dem 1.266-seitigen Buch „Das Mittelmeer: Geschichte und Zukunft eines ökologisch sensiblen Raumes“ seine Vollendung. Die Rede ist von Oberförster Gerhard Blaich, der seit jeher seinen Beruf als Berufung sieht.

Schicksalshafte Begegnung

Die Bewirtschaftung des Zwettler Stiftswaldes nach den Kriterien des naturnahen Waldbaues ist beispielgebend. „Im Laufe meines Lebens habe ich die Verarmung von Fauna und Flora in Österreich an vielen Beispielen erkannt. Im Waldviertel waren es die Drainagierungen, die Entfernung der Hecken, einseitige Aufforstung mit Fichten und die industrielle Landwirtschaft, welche zu einer Verarmung der Naturräume führte“, bedauerte Gerald Blaich.

Die zufällige und schicksalshafte Begegnung mit dem Biologen Robert Hofrichter bei einer Exkursion ins Donaudelta sollte sein weiteres Leben bestimmen. „Eigentlich trafen wir uns zufällig beim Vogelbeobachten. Das Interesse und die gemeinsamen Gespräche über das Mittelmeer brachten mich in eine andere Welt.“

Faszination Wasser

„Das Wasser zog mich immer schon an. Als Fünfjähriger fing ich meinen ersten Fisch in der Adria. Von nun ab nahmen mich die Vorgänge um die Ökologie des Mittelmeeres zunehmend gefangen“, erzählt Blaich, der sich in seiner Freizeit mit marinen Lebewesen und deren zoologischer und ökologischer Bedeutung beschäftigt hat.

Auch über Meerestiere erfahren Leser einiges.
Joachim Brand

„Meine Teilnahme an vielen Meeresexkursionen und die Mitarbeit an Schulprojekten an der Meeresbiologischen Station Mare-Mundi auf der Insel Krk führten zu einer intensiven Zusammenarbeit und Freundschaft mit Robert Hofrichter“, berichtet Blaich. Der bekannte Zoologe, der laut Blaich einen Vergleich mit Hans Hass oder Jacques Cousteau nicht zu scheuen brauche, hat sich für die Gründung der Schutzorganisation Mare-Mundi stark gemacht. „Das sollte die Veröffentlichung eines Gesamtwerkes zum Mittelmeer vorantreiben“, so Blaich.

Der Anspruch des Herausgebers und Autors war hoch. „Ohne Übertreibung wage ich zu behaupten, dass unsere Welt heute eine andere ist, als dieses Sachbuch vor 20 Jahren konzipiert wurde“, beschreibt Hofrichter die gegenwärtige Situation.

Gefährdung und Schutz war Thema

Das zwölfte Kapitel über die Gefährdung und den Schutz des Mittelmeers gestaltete Gerald Blaich federführend mit. Auch die Verhandlungen mit dem Springer-Verlag als Verleger konnte er erfolgreich zu Ende führen. „Die Präsentationen im Haus des Meeres, im Tiergarten Schönbrunn oder in Salzburg wurden coronabedingt abgesagt.“