Museum: Von Kleid bis Schuh

Im Museum in Neupölla ist derzeit historische Alltagskleidung ausgestellt. Das wertvollste Stück ist ein Kleid aus 1866.

Sebastian Dangl Erstellt am 14. Oktober 2021 | 08:31
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Barbara Eisenhardt und Annina Forster präsentieren im Alltagsmuseum ein Hochzeitskleid aus dem Jahre 1866.
Foto: privat

Im Museum für Alltagsgeschichte sind aktuell zahlreiche textile Stücke ausgestellt. Das ist etwas ganz Besonderes, denn historische Alltagskleidung, die noch dazu gut erhalten ist, ist laut Kurator Friedrich Polleroß eine Seltenheit: „Gerade am Land, wo die Menschen ärmer waren, wurde die Kleidung meist sehr lange getragen und aufgebraucht. Es ist erstaunlich, dass noch so viele Stücke erhalten sind.“

Die historischen Textilien werden im Museum zurzeit im Rahmen des Projektes „Mobile Dinge“ des NÖ Museumsmanagements inventarisiert. Das wertvollste Stück im Museum Neupölla ist dabei ein seidenes Hochzeitskleid der Familie Lechner aus Äpfelgschwendt aus dem Jahre 1866. Der Ort befand sich am heutigen Gelände des Truppenübungsplatzes und existiert nicht mehr. „Die Familie musste später aussiedeln, und so kam das Kleid nach Neupölla“, erzählt Polleroß. Weiters sind im Museum Accessoires, Schirme, Schuhe und Frauenkleidung aus der Zeit um 1900 ausgestellt.

Verantwortlich für die Bestandsaufnahme sind Annina Forster, die auch im Museumsdorf Niedersulz Kuratorin der Textilsammlung ist, sowie die Wiener Textilrestauratorin Barbara Eisenhardt, die auch schon die Priestergewänder des Stiftes Zwettl betreut hat. Aufgrund des fragilen Zustandes der Textilien muss besonders auf die richtige Lagerung geachtet werden. „Gerade bei einteiligen Stücken lastet viel Gewicht auf den Schultern. Auch Sonneneinstrahlung ist gefährlich, bleicht die Farben aus und macht die Seide brüchig“, erklärt Eisenhardt. Dadurch würde man die Stücke nicht allzu lange präsentieren können.