Bezirk Zwettl: Gebremste Freude im Handel. Die Kunden können seit Montag wieder in die Geschäfte. Die Unternehmer sind sich einig: „Wir brauchen die Gastronomie.“

Von Angelika Koll und Karin Pollak. Erstellt am 10. Februar 2021 (05:24)
Vor dem Einkauf in die Teststraße: Am Montag schlängelten sich die Zwettler bis zum Parkplatz des Freibads.
Füxl

Mit der Öffnung des Handels ab diesem Montag sei ein wichtiger Schritt für die Wirtschaft gesetzt worden. „Ich bin wirklich sehr froh darüber“, betont Wirtschaftskammer-Obfrau Anne Blauensteiner.

Zusätzliche Maßnahmen sind kein Problem

„Jeder Öffnungsschritt ist zu begrüßen, auch wenn dieser mit ziemlichen Beschränkungen zusammenhängt. Die Kunden und die Unternehmer können endlich wieder ihre persönlichen Beziehungen pflegen“, meint Blauensteiner. Dass die 20-Quadratmeter-Regelung und das verpflichtende Tragen einer FFB-2-Maske die Kunden vor einem Einkauf abschrecken werde, ist für Blauensteiner kein Thema. „Die Händler haben ja schon nach dem ersten Lockdown vor ihren Geschäften auf Tafeln informiert, wie viele Kunden sich im Geschäft aufhalten dürfen. Das hat sehr gut geklappt und das wird es wieder tun.“

Handel braucht auch die Gastronomie

Dieser Optimismus werde aber etwas getrübt: „Es tut sehr weh, dass die Gastronomie noch nicht öffnen darf. Der Einzelhandel ist vom gastronomischen Angebot abhängig, umgekehrt ebenso. Die beiden gehören unbedingt zusammen, wenn man den Kunden ein richtiges Einkaufserlebnis bieten will.“ Blauensteiner hoffe daher auf einen baldigen Start in der Gastronomie und dem Handel wünscht sie viele Kunden, die in der Region kaufen werden.

Planung schon für den Sommer

„Endlich können die Konsumenten wieder in die Geschäfte und das kaufen, was sie brauchen und wollen. Wir sind wirklich froh, dass der Lockdown beendet ist“, betont Martin Fichtinger, der Obmann des Zwettler Vereins Wirtschafts- und Tourismusmarketing. „Die letzte Zeit war ja eine Katastrophe.“

Bei Martin Fichtinger und seinen Kollegen überwiege jetzt die Zuversicht auf eine bessere Zeit. Dabei liege es aber an jedem Einzelnen, damit die Vorgaben eingehalten werden: „Ich hoffe, dass alle diszipliniert sind.“

Die „Saure-Gurken-Zeit“ solle zumindest seit 8. Februar für den Handel beendet sein. Der Handel werde „anspringen“, aber: „Ohne die Gastronomie werden wir nur wenige Kunden nach Zwettl locken können.“ Auf die Kunden warten jetzt ein Winter-Sale bei vollen Regalen und Schnäppchen zur Wiederöffnung. „Wir planen auch schon Marketingaktionen für den Sommer. Das Geld für die Werbung ist da. Die Mitgliedsbetriebe sind unserem Verein treu geblieben“, freut sich Fichtinger. Leider musste das Braustadtfest nach 2020 auch schon heuer abgesagt werden. 2022 soll es dieses bekannte Fest aber wieder geben. „Der Zeitpunkt wird kommen, wenn all das vorbei ist. Ich rechne aber erst im Sommer oder Herbst damit.“

Für den Valentinstag gerüstet

Für die Gärtner und Floristen sei der Neustart nach dem Lockdown zum perfektesten Zeitpunkt passiert: „Der Valentinstag am 14. Februar ist einer unserer wichtigsten Tage im Jahr“, betont der Floristen-Bezirksvertreter Christian Dornhackl aus Kottes. Viele seiner Kollegen hätten während des Lockdowns ihre Geschäfte renoviert und dekoriert. „Auch die Lager sind aufgefüllt und alle freuen sich auf die Kunden“, meint Dornhackl.

Christian Dornhackl aus Kottes fungiert als Floristen-Bezirksvertreter bei der Wirtschaftskammer Zwettl. Er ist, so wie seine Kollegen, froh über den Neustart und hat sich für den bevorstehenden Valentinstag perfekt vorbereitet.
privat

Auch wenn diese Geschäfte meist klein sind, sollte es keine Probleme mit der Einhaltung der neuen 20-Quadratmeter-Regelung geben. „Viele Kunden nutzen ja die Möglichkeit der Vorbestellung.“ Da der 14. Februar heuer auf einen Sonntag fällt, werden die Floristen direkt am Valentinstag ihre Geschäfte öffnen.

Gerlinde Krammer von Kreaflor Meisterfloristik in Rappottenstein hofft ebenfalls auf ein gutes Valentinstagsgeschäft und ist froh, wieder persönlich verkaufen zu können. So laufe die Kundenberatung viel besser ab. Ins Geschäft dürfen maximal zwei Personen gleichzeitig. „Aber Kunden können bei mir draußen unter Dach warten.“

Wieder in den Büchern stöbern

Wieder offen hat auch die Buchhandlung Grohmann, bei der das Bestellservice während des Lockdowns sehr gut angenommen worden ist. „Es haben schon viele Kunden gesagt, sie kommen wieder, wenn wieder offen ist“, betont Gregor Grohmann. Die Kunden können wieder in den Regalen stöbern oder sich mit einem Buch hinsetzen. Fünf Personen können sich gleichzeitig in der Buchhandlung aufhalten.

Die Zwettler Stadtbücherei öffnet ebenfalls wieder montags und donnerstags ihre Türen. Etwa 15 Besucher dürfen sich gleichzeitig in der Bücherei aufhalten. „Es wird gebeten, den Besuch auf Ausleihen und Rückgaben zu beschränken“, erwähnt Büchereileiter Johann Koller. Die Leseecken und Arbeitsplätze stehen nicht zur Verfügung. Da die ausgeliehenen Medien bis 15. Februar verlängert werden, halte sich der Ansturm in Grenzen, einige Leser kommen bewusst nicht gleich an den ersten Tagen in die Bücherei..

Die zurückgegebenen Bücher werden teilweise gereinigt und desinfiziert. Das passiert vor allem dort, wo die Nachfrage sehr groß ist, damit sie am selben Tag bereits wieder ausgeliehen werden können. „Bei allen schaffen wir das nicht, diese Bücher schicken wir bis zum nächsten Öffnungstag in Quarantäne“, erzählt Koller.

Wirte und Hoteliere warten auf Info

Auf die Öffnung ihrer Betriebe müssen die Wirte und Hotelbetreiber noch warten. „Mitte Februar soll es Informationen geben, ob wir im März starten können oder nicht. Wir brauchen ja etwas Vorlaufzeit. Wir wollen ja unbedingt starten“, betont die Wirtevertrauensperson Helene Mayerhofer vom Waldviertler Hof in Langschlag.

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