Deftige Spezialitäten aus Ober Neustift. Nicole und Ronald Binder verkaufen Fleisch vom Turopolje-Schwein. Die Rasse besticht durch einen hohen Fettanteil.

Von Markus Füxl. Erstellt am 01. Juli 2017 (05:00)
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Nicole (l.) und Ronald Binder (r.) züchten auf ihrer Landwirtschaft in Ober Neustift Turopolje-Schweine. Sabine Gintner (vorne) sowie Gabriele und Walter Hohenbichler schmeckt‘s.

Besondere Fleischspezialitäten verkaufen Nicole und Ronald Binder in Ober Neustift. Sie verarbeiten das Fleisch von Bio-Turopolje-Schweinen.

Diese Tierart zeichnet sich durch ihren hohen Fettgehalt aus. Um den Fleischanteil zu erhöhen, greifen die Binders in der Zucht auf eine weitere Schweinerasse, den Durocs, zurück. Sie entwickelte sich im 19. Jahrhundert vor allem im Nordosten der USA.

Die Turopolje-Schweine zeichnen sich neben ihren schwarzen Flecken vor allem durch ihre Beschaffenheit aus: Sie sind sehr robust und kälteunempfindlich. Deshalb können die Schweine ganzjährig draußen in Holzhütten gehalten werden. Bis zur weiteren Fleischverarbeitung wachsen die Tiere ein bis eineinhalb Jahre.

Am Hof der Binders erhalten die Schweine kein zusammengestelltes Futter. Nicole Binder erklärt: „Wir übernehmen von unseren benachbarten Biobauern Abfallkartoffeln und mischen es mit Schrot aus Körnern.“ Im Frühjahr mäht sie extra Gras und verfüttert es an die Schweine, im Herbst bekommen die Tiere Heu.

"Wollten Anfangs etwas mit Schafen machen"

Mit der Zucht erfüllen sich Ronald und Nicole Binder einen Traum. Sie sind beide berufstätig und betreiben den Fleischverkauf nebenbei. „Anfangs wollten wir noch etwas mit Schafen machen“, sagt Nicole Binder. Bei einem Ausflug in Kroatien stießen die beiden schließlich auf die dort typische Schweinerasse.

Im Verkauf bieten die Binders neben Kotelette und Schopf alles an, „was das Schwein hergibt“, so Nicole Binder - allerdings nur auf Vorbestellung, wenn geschlachtet wird. „Das Besondere am Fleisch ist der hohe Fettgehalt. Beim Anbraten geben die Stücke sehr wenig Wasser, das Fleisch schrumpft fast nicht“, so Nicole Binder.

Da das Fleisch doch fetter als bei gewöhnlichen Schweinerassen ist, sei der Geschmack auch „deftiger“. „Man muss sich schon drüber trauen“, sagt Nicole Binder. Bisher waren ihre Kunden aber immer zufrieden. „Einmal haben wir eine ganze Schweinehälfte verkauft. Das war dem Kunden dann aber fast schon zu viel“, erinnert sie sich.

Neben dem Fleisch haben die Binders Räucher-, Kräuter- und Paprikaspeck im Angebot. Auch Schmalz, Grammelschmalz und Leberpastete verkauft das Ehepaar.