„Noch nicht zu spät!“. Weiter aktiv / Bürgerinitiative hält an ihren Forderungen fest: Keine Windkraftanlage näher als 2.000 m zum Wohngebiet, nicht im Wald.

Erstellt am 11. Juni 2014 (12:10)
NOEN, Archiv
Windpark

Die Bürgerinitiative „Unsere Heimat“, die gegen den geplanten Windpark WA02 in Grafenschlag-Großgöttfritz auftritt, hält auch nach einem Gespräch mit Landesrat Stephan Pernkopf an ihren Forderungen fest. „Noch ist es nicht zu spät, das Projekt zu stoppen“, ist das Resümee der Bürgerinitiative.

Die Bürgerinitiative hatte bei einem Besuch von Landeshauptmann Erwin Pröll in Sprögnitz gegen den geplanten Windpark demonstriert und daraufhin einen Gesprächstermin bei Landesrat Pernkopf und seinen Experten bekommen. Er erläuterte den Waldviertlern das Zustandekommen des sektionalen Raumordnungsprogrammes und beantwortete dann Fragen zur von der Bürgerinitiative eingereichten Petition und den Stellungnahmen.

Den Windkraftkritikern ist vor allem der Beschluss des Gemeinderates von Großgöttfritz, der ein Heranrücken der Grafenschläger Windräder bis auf 1.300 Meter an Wohngebiet erlaubt, ein Dorn im Auge. Deshalb fanden Sie die Auskunft von Landesrat Pernkopf, dass diese Abstandsreduzierung vom Gemeinderat jederzeit durch einen neuen Beschluss abgeändert bzw. aufgehoben werden kann, besonders aufschlussreich.

Hafner: „Wir in Grafenschlag haben einen rechtsgültigen Flächenwidmungsplan!“

Jedenfalls plant die Bürgerinitiative in den nächsten Wochen eine Informationsveranstaltung in Grafenschlag. „Die betroffenen Bürger haben das Recht auf ehrliche Aufklärung und Mitbestimmung!“ Die Informationen seitens der Betreiber und der Gemeindeverantwortlichen sind den Kritikern nicht objektiv genug. Sie halten auch weiterhin an ihren Forderungen fest: „Keine Windkraftanlage näher als 2.000 m zum Wohngebiet und nicht im Wald!“

Grafenschlags Bürgermeister Robert Hafner sieht die Sache pragmatischer: Für die vier Windkraftanlagen, die in der Gemeinde Grafenschlag geplant sind, wurde bereits um Bewilligung angesucht, jetzt hänge die Errichtung nur noch von den Förderzusagen ab. „Wir in Grafenschlag haben einen rechtsgültigen Flächenwidmungsplan!“, betont Hafner. Der Gemeinderat könnte natürlich wieder umwidmen, „aber das wollen wir nicht“, so Hafner. „Der Gemeinderat steht voll dahinter – wir haben einstimmige Beschlüsse –, und auch eine satte Mehrheit der Bevölkerung steht dahinter. Damit ist für mich das Thema erledigt“, so der Bürgermeister. Jetzt wird in Grafenschlag in Erwägung gezogen, ebenfalls eine Unterschriftenaktion zu starten – pro Windkraftanlagen.