3,4 Mio. Euro für Fenster-Produktion bei Firma Bruckner. Firma Bruckner investiert 3,4 Millionen Euro in maßgeschneiderte Anlage aus Italien.

Von Markus Füxl. Erstellt am 22. Januar 2020 (06:09)
Wolfgang junior und Wolfgang Bruckner freuen sich auf die neue Anlage, die europaweit einzigartig ist.
Bruckner

Als „eines der größten Projekte der Firmengeschichte“ bezeichnet Wolfgang Bruckner das Vorhaben: Die Firma Bruckner Fenster und Türen investiert 3,4 Millionen Euro in eine neue Fensterproduktionsanlage.

Der Grund: Die alte Anlage war bereits zwölf Jahre alt. Außerdem wird mit der neuen Anlage, die maßgeschneidert aus Italien kommt, die Stückzahl erhöht: „Sie ist vier- bis fünfmal so schnell wie die alte. Frei nach Michi Häupl: Da sind wir dann Dienstag z‘mittag fertig“, sagt Bruckner lachend.

„Die neue Anlage wird vier- bis fünfmal so schnell sein. Da sind wir dann frei nach Michi Häupl ‚Dienstag z‘mittag fertig‘.“ Wolfgang Bruckner

Außerdem laufen in der alten Anlage stets alle Motoren. In der neuen werden nur jene Motoren eingeschaltet, die gerade gebraucht werden. „So können wir bis zu 20 Prozent an Energie sparen“, sagt Bruckner.

Die Anlage ist europaweit einzigartig und wird ohne bauliche Maßnahmen in die bestehende Halle integriert. Die alte Anlage geht nach Frankreich in ein ähnliches Unternehmen.

Die moderne Anlage, die auf den passenden Namen „Heroes“ (zu Deutsch: Helden) hört, misst 15 mal 38 Meter und wiegt satte 100 Tonnen. Geliefert wird sie mit sieben Sattelschleppern, für die Montage sind vier Wochen eingeplant. Der Liefertermin ist für den 9. März geplant.

Bis dahin laufen die Vorbereitungsarbeiten. So werden seit Sommer 2019 die Mitarbeiter immer wieder in Italien an der Maschine geschult. In Oberrosenauerwald bedeutet das Megaprojekt Stress: „Es ist eine Operation am offenen Herzen“, erzählt Bruckner. So wird neben dem Abbau der alten Anlage ab dem 20. Februar die Holz- und Holzalufensterproduktion parallel weiterlaufen.

Aber wie funktioniert eine solche Fenster-Produktionsanlage überhaupt? „Alles basiert auf Einzelteilfertigung, unserer bewährten Technik seit 2007“, erklärt Bruckner. Zuerst werden die Fensterteile vorkommissioniert, gehobelt und in vollautomatischen Lagern zwischengelagert. Je nach Bearbeitungsschritt optimiert das Bearbeitungszentrum selbständig die weiteren Arbeitsabläufe der Anlage. Das System mit mehreren und unabhängigen Greifern ermöglicht eine hohe Kapazität, eine flexible Produktion und den Zugang zu allen sechs Seiten des Werkstückes während des Arbeitszyklus.

Weitere Anlage wurde bereits getauscht

„Mit der Investition in diese modernste High-Tech-Fensterproduktionsanlage sehen wir uns für die nächsten Jahrzehnte gut gerüstet, um die kommenden Herausforderungen und Prüfungen zu bestehen, die auf uns zukommen“, sagt Wolfgang Bruckner junior.

Auch im Hinblick des Generationswechsels, der für 2022 geplant ist, scheine diese Investition in eine erfolgreiche Zukunft des Unternehmens wichtig und genau zum richtigen Zeitpunkt.

Bereits über die Weihnachtstage tauschte der Betrieb auch seine 16 Jahre alte Kunststofffensteranlage aus. „Wir haben auch sie somit auf den neuesten Stand der Technik gebracht“, erklärt Bruckner. 800.000 Euro investierte er in die neue Anlage. „Aktuell sind wir noch beim Einfahren, etwa beim Einstellen der Profile“, erklärt Bruckner. Nach Redaktionsschluss soll der Vollbetrieb bereits starten.

Aktuell beschäftigt der Betrieb 125 Mitarbeiter. „Wir sind auf der Suche nach Produktionsmitarbeitern, die gerne in einem innovativen Waldviertler Unternehmen mitarbeiten wollen“, sagt Bruckner. Etwa 500 Fenster werden pro Woche hergestellt, davon jeweils die Hälfte im Bereich Holz- und Holzalu sowie Kunststoff- und Kunststoffalu.