Startschuss für Windpark Sallingberg geplant. Das geplante Windpark-Projekt soll laut Bürgermeister Leopold Bock im Frühjahr 2021 in seine Umsetzung gehen, der Betrieb ist für 2022 geplant. Neuer Anlagentyp mit größerer Nabenhöhe und weiteren Rotorblätter muss noch genehmigt werden, Anzahl der Windräder soll gleich bleiben.

Von Markus Füxl. Erstellt am 26. Juni 2020 (13:50)
Nach mehrjähriger Planungsphase und den erforderlichen Genehmigungsverfahren wurde der Windpark Sallingberg im Vorjahr rechtskräftig genehmigt. Der Bau soll im Frühjahr 2021 beginnen, in Betrieb soll die Anlage 2022 gehen.
Marina Probst

Nach vier Jahren ist es jetzt soweit: Der geplante Windpark in Sallingberg soll laut Bürgermeister Leopold Bock umgesetzt werden - das mit einigen Veränderungen zum ursprünglichen Plan. So soll jetzt der moderne Anlagentyp Vestas V150 eingesetzt werden, der laut Bock erst genehmigt werden muss. Das Verfahren liege bereits beim Land. Die geplante Anzahl der Windräder bleibt mit sechs Stück unverändert.

Martin Krill vom für die Errichtung verantwortlichen Planungsbüro Profes erklärt bei einem Pressegespräch in der Gemeindestube: "In den vier Jahren seit Planungsbeginn hat sich die Windradtechnologie natürlich weiter entwickelt. Der Trend geht eindeutig in Richtung leistungsstärkerer Anlagen, um die Energie-Ausbeute bei gleicher Anzahl von Windrädern zu erhöhen." Krill vergleicht die Änderung mit dem Kauf eines Autos: "Da will man auch das neue Modell und nicht jenes von vor vier Jahren."

Mehr Energie-Ausbeute, weniger Schall

Mit den moderneren Anlagen soll der Windpark Sallingberg zusätzlich 14.000 Tonnen CO² pro Jahr ersparen. Das entspreche dem Ausstoß von nochmals 4,700 Pkw, sodass insgesamt der CO²-Ausstoß von 17.000 Pkw kompensiert werde, erklärt der Experte. Die Nabenhöhe steigt mit der moderneren Anlagen von 139 auf 169 Metern, die Länge der Rotorblätter von 63 auf 75 Metern. Ob sich mit dem neuen Anlagentyp etwas für die Anrainer ändere?

"Nein, alle Grenzwerte werden eingehalten", erklärt Krill. Bei gleicher Windgeschwindigkeit gebe die Anlage weniger Schall ab. Vom Schattenwurf sei einzig Rappoltschlag bei aufgehender Sonne minimal betroffen. Ein Modul soll den Schattenwurf auf maximal acht Stunden pro Jahr verringern. Das entspricht durchschnittlich 1,3 Minuten pro Tag. Zusätzlich soll die Anlage ein Modul "Schallreduzierter Betrieb" erhalten, damit bei Bedarf automatisch auf leiseren Betrieb umgeschaltet werden kann.

Bürgermeister Bock: "Modernisierung an erster Stelle"

Bürgermeister Leopold Bock möchte die Gemeinde in Sachen Klimaschutz modernisieren.
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Bürgermeister Leopold Bock begrüßt den Bau: "Für mich steht eine Modernisierung der Gemeinde an erster Stelle. Sei es bei der Forcierung der Einleitung einer schnellen Internetverbindung in unsere Ortschaften, oder bei der Unterstützung einer langfristig unabhängigen und nachhaltigen Stromerzeugung auf Basis Photovoltaik oder Windenergie. Wir müssen heute die Grundlage für die Zukunft unserer Kinder und Enkel legen, wenn wir nicht wollen, dass diese abwandern, sondern hier eine Arbeit und langfristige Perspektiven finden."

So möchte die Gemeinde Synergieeffekte nutzen und etwa Leerverrohrungen für einen Breitbandausbau, der noch in dieser Periode abgeschlossen werden soll, gleich mitverlegen. "In unserer Region können wir die zwei W's nutzen: Wind und Wald. Wir wollen hier vor Ort Strom erzeugen, der auch in der Region genutzt wird", sagt Bock und ergänzt: "Daher hat unsere Gemeinde den Windpark Sallingberg von Anfang an unterstützt, weil eine CO²-freie und günstige Stromerzeugung in Zukunft ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für unsere Region sein wird.“

Beteiligung für Bürger steht im Raum

Erich Stern von Seiten des Projekt-Betreibers Windenergie Sallingberg GmbH würde sich wünschen, dass sich ein großer Teil der Bevölkerung auch am Windpark beteiligt: „Wir haben schon zu Planungsbeginn angekündigt, dass sich interessierte Bürger der Gemeinden Sallingberg und Waldhausen am Windpark beteiligen können. Nun ist vor Start der Umsetzung der Zeitpunkt gekommen, das Beteiligungsmodell zu konkretisieren. Daher werden wir in den nächsten Wochen eine Umfrage starten, um das Interesse abzufragen."