Gelungenes Doppelkonzert in Zwettl

Anlässlich des Welttages der Bühnenwirtshäuser spielten Jörg Danielsen mit seiner Vienna Blues Association und Edi Fenzl mit Band im Eventraum des Kulturvereines Syrnau auf. Es wurde dabei auch sehr laut.

Maria Moll Erstellt am 27. September 2021 | 07:58

„Wenn an der Eingangstür zum Konzertraum Ohrstöpsel verteilt werden, sollten Menschen meiner Generation schon etwas Vorsicht walten lassen“, lautete das Fazit von NÖN-Mitarbeiterin Maria Moll, die am vergangenen Samstagabend diese Erfahrung beim Doppelkonzert im Eventraum des Kulturvereins Syrnau gemacht hat. Anlässlich des Welttages der Bühnenwirtshäuser waren Jörg Danielsen mit seiner Vienna Blues Association und Edi Fenzl mit Band eingeladen, zu diesem Fest aufzuspielen.
„Entstanden ist die Idee eines Doppelkonzerts, als Jörg und Edi 2016 bei einer ,Syrnauerei´ als Duo auftraten“, erzählte Vereinsobmann Erwin Schierhuber.

Die Auftritte der beiden Trios gestalteten sich sehr unterschiedlich. Jörg Danielsen kommentierte die Musikstücke humorvoll und suchte immer wieder Kontakt zum Publikum, natürlich unter Einhalten der 3-G-Regel. Edi Fenzl und seine beiden Bandmitglieder gaben sich oft schweigend oder widmeten sich mit Gesang ganz ihrem harten Spiel. Die Lautstärke nahm zu, der Applaus des Publikums wurde immer schwächer.

Jörg Danielsen entdeckte schon als Kind die Liebe zur Musik, speziell zum Blues. Prägend war ein Konzertbesuch mit sechzehn mit seinem Vater im Wiener Blues Club „Bluesman“. In Danielsens Liedern mit persönlichem Stil ist der musikalische Einfluss von Magic Slim, Freddie King und Albert Collins zu spüren. Häufig handeln die Liedtexte der Eigenversionen beliebter Blues-Fassungen von Whiskey, Liebe und Tränen. „Mama, talk to your daughter for me“, das härteste Lied auf ihrem neuen Album, nutzte Jörg Danielsen unter Mitwirkung des Publikums als Überleitung auf Edi Fenzls Auftritt. Aber natürlich verließen sie die Bühne, nicht ohne vorher noch eine Zugabe zu gewähren.

Edi Fenzl, „ein extraleiwander Gitarrero“, beamt mit seinem Blues/Rock Hippiewestern Sound sein Publikum in die 60er und 70er. Als „laut, beseelt, krachig“ wird der Klang beschrieben, in dem sich neben eigenen Liedern auch Coverversionen von Jimi Hendrix, Johnny Winter, ZZ Top und Stevie finden. Dabei können die Drei ganz zart und dekorativ, wie sie mit „Up from the skies“ von Jimi Hendrix bewiesen haben. Auch von ihnen Zugaben für ihre Fans.

Und dann, teilweise schon als Mitternachtseinlage, geben Jörg und Edi, die sich einst in Leoben getroffen und mehr als fünf Jahre gemeinsam aufgetreten sind, ein Duo Revival mit „I love you“ von Billie Eilish. Für das Betthupferl „My Baby, she´s mine“ holten sie Schlagzeuger Christoph Karas und den Bassisten Klemens Cathceart zu sich auf die Bühne. Ein schöner, runder Abschluss – und der Sonntag war dann der Welttag der Gehörlosen.