Ein Zentrum für Medizin in Groß Gerungs. Erstes Treffen zwischen Gemeinde und Team von „W4.med“ aus Weitra.

Von Markus Füxl. Erstellt am 06. Mai 2021 (05:44)
Bürgermeister Maximilian Igelsböck plant ein „Ordinationszentrum“.
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Einen großen Wurf plant ÖVP-Bürgermeister Maximilian Igelsböck in der Waldviertler Hochlandgemeinde: In den nächsten Jahren soll ein Ordinationszentrum entstehen, das sämtliche medizinische Angebote unter einem Dach vereint.

„Wir wollen rechtzeitig reagieren und das auf qualitativ hochwertige Beine stellen“, erklärt Igelsböck im Gespräch mit der NÖN. So beschäftige ihn die Frage, wie es mit der Gesundheitsversorgung in der Region weitergeht, seit mehreren Jahren – obwohl man aktuell noch gut abgesichert ist: Alexandra Lieb übernahm vergangenes Jahr den Kassenvertrag von Herwig Mayerhofer, daneben ordinieren aktuell Alexander Pesendorfer und Konrad Ernstbrunner – letzterer soll laut Igelsböck aber mit Ende Juni in Pension gehen. Die Stelle ist aktuell ausgeschrieben.

„W4.med“ arbeitet an Konzept. „Die Wünsche der Ärzte haben sich geändert, der klassische Landarztberuf ist in Zukunft vielleicht gar nicht mehr so gewünscht“, sagt Igelsböck. Deshalb habe man sich an die Firma „W4.med“ gewandt, die bereits in Weitra ein Ordinationszentrum bietet. Die Firma begleitet jetzt die Gemeinde im Planungsprozess. Ein erstes Gespräch mit den Gemeinderäten fand vergangene Woche statt: „Es waren alle Parteien dazu eingeladen. Ich möchte alle Vorstellungen und Visionen diskutieren und Parteipolitik heraus halten“, erklärt Igelsböck. Einzig von der FPÖ erschien laut Bürgermeister kein Mandatar.

Zwei mögliche Flächen im Gespräch. Jetzt soll ein erstes Konzept erstellt werden, mit dem es in die Planungs- und Finanzierungsphase gehen soll. Wo genau das Ordinationszentrum errichtet wird, ist noch nicht fixiert. Im Raum stehen zwei Varianten: Einerseits das „Kaufmann-Haus“, ein 3.500 Quadratmeter große Areal am Hauptplatz 16. Die Gemeinde hatte die Fläche vergangenes Jahr gekauft, die NÖN hat berichtet: „Das ist die realistischere Version, die ich als vorrangig bezeichne“, sagt Igelsböck. Trotzdem sollen noch Gespräche mit der Familie Weingartner geführt werden. Ein möglicher Standort wäre nämlich auch angrenzend an die Bipa-Filiale.

Welche Ärzte und Therapeuten im Gespräch sind, möchte Igelsböck noch nicht verraten. Das Zentrum soll aber auch zukünftige Ansprüche, wie Altersbetreuung und eventuell psychologische Betreuung, abdecken können. „Mein Wunsch ist es, das so rasch wie möglich in die Realisierung zu bringen“, sagt Igelsböck.