Pflegerin plünderte Konto von 89-Jähriger. „Bei meiner kleinen Pension kann ich es mir nicht leisten, Geld zu verschenken“, erklärte Opfer zu Angaben der dreisten Diebin.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 08. März 2021 (15:55)
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„Nicht schuldig“, erklärte 28-jährige Pflegekraft aus Rumänien vor Gericht, und sie leugnete, unerlaubt mit der Bankomatkarte ihres 89-jährigen Schützlings aus dem Großraum Ottenschlag Geldbehebungen getätigt zu haben. Die alte Dame habe sie immer unterstützt und bei finanziellen Notsituationen mit Geldgeschenken geholfen, erklärte die Pflegerin, und sie führte weiters aus, dass sie die Karte samt Code von der Waldviertlerin bekommen habe, um kleinere Einkäufe zu erledigen.

„Ich weiß doch, dass bei Bankomaten Kameras aufgestellt sind. Erst sagt sie, dass sie mir helfen will, und dann kommt die Polizei. Ich kann mir die Vorwürfe nicht erklären“, beteuerte die Rumänin und meinte: „Ich habe nur einen Fehler gemacht, den Angehörigen nichts von den Geldgeschenken zu sagen. Aber die alte Dame hat mich darum gebeten, den Kindern nichts zu sagen- und das machte ich.“

„Bei meiner kleinen Pension kann ich es mir gar nicht leisten, Geld zu verschenken. Finanzielle Angelegenheiten regelt mein Sohn, und ich würde einer fremden Frau nie meine Bankomatkarte und den Code geben. Außerdem erledigen die Kinder die Einkäufe“, stellte das per Video in den Gerichtssaal zugeschaltete Opfer klar. Die Beschuldigte blieb auch nach der belastenden Opferaussage dabei: „Die Abhebungen waren erlaubt.“ Nach dem Beweisverfahren verurteilte der Richter die Pflegerin zu acht Monaten bedingt und sie muss auch 1.000 Euro Schadensersatz zahlen.