Dreifach-Feier in Rappottenstein. Schulfreiraum und Fehra-Bildungsraum machen Rappottensteiner Schulen zu einer Besonderheit.

Von René Denk. Erstellt am 15. Oktober 2019 (16:55)

Die Eröffnung eines Österreichischen Pionierprojekts, des neuen Schulfreiraumes und das 50-jährige Bestandsjubiläum der Volksschule und Neuen Mittelschule Rappottenstein machte die Schule zu dem Treffpunkt in der Region am vergangenen Wochenende.

Humorvoll wurde von den Schülern die Geschichte der Schule dargestellt. „Wald und Holz klingen zunächst unspektakulär. Aber Klima und Klimaschutz sind heute in aller Munde und ich denke, dass das Schwerpunkt-Thema zu unserer Schule perfekt passt“, betonte Direktorin Andrea Strohmayer auch, dass die Schule mit dem neuen „Fehra“-Bildungsraum nicht zum ersten Mal eine Vorreiterrolle einnehme (2009 war die Schule beispielsweise auch erste Modellschule für die Neuen Mittelschulen im Bezirk).

Mit dem Pionierprojekt des „Fehra-Bildungsraumes“, der in Kooperation mit der Technischen Universität (TU) Wien, der Allgemeinen Unfallversicherung (AUVA) und Tischlermeister Hermann Neulinger umgesetzt wurde, hat die Schule nun wieder einen Sonderstatus erlangt.

„Die Besonderheit bei diesem Projekt war, dass wir voller Vertrauen aufgenommen wurden und alle Beteiligten zusammengearbeitet haben. Dass wir Zeit hatte und den kompletten Schulalltag begleiten durften“, betonte Claudia Walther von der TU Wien, die mit Kollegen und Studenten den „Fehra-Bildungsraum“ konzipierte. Der Raum wurde Akkustik-optimiert und auf verschiedene Lernsituationen angepasst. Unverkennbar stark ist der Holzgeruch, der im rund 150 m großen Lernraum vorherrscht. Eine Lichtraumstudie ergab zudem, dass der Bildungsraum für verschiedene Lernsituationen oft überbelichtet war. Deshalb bemühte man sich um Verdunkelungen. Auch die verwendeten Baumaterialien, wie eine Dämmung mit Schafwolle, „lassen erahnen, dass diese Architektur die nächsten 100 Jahre halten kann“, so Walther.

Tischlermeister Neulinger war „dankbar, dass auch dem Tischler Gehör geschenkt und heimisches Holz verwendet wurde“. Mit dem Projekt habe auch er Neuland betreten. Bundesratspräsident Karl Bader gratulierte der Gemeinde zur aktiven Schule und zum Beschluss, den Schulstandort weiterzuentwickeln und damit auch zu sichern. „Wichtig ist die Schulgemeinschaft: Lehrer, Eltern und Schüler, aber auch der Schulerhalter müssen hier an einem Strang ziehen“, hatte Bader anerkennende Worte für den ganz besonderen „Fehra“-Lernraum übrig.

„Man geht über die Türschwelle und man spürt, dass hier die ganze Familie, die ganze Gemeinde mit der Schule mitleben“, lobte Doris Wagner, Leiterin des pädagogischen Dienstes der Bildungsdirektion Niederösterreich Direktorin Strohmayer, dass sie hier an der Spitze vorangehe. Am Ende zeigte sich Direktorin Mayerhofer überzeugt davon, dass der neue Bildungsraum und der Schulfreiraum bereits jetzt positive Auswirkungen auf die Schülerzahlen habe. Sie dankte auch Schulfreiraum-Architekt Christian Winkler für seinen besonderen Einsatz und, mit Tränen in den Augen, ihrem gesamten Team.

Bildungsraum soll auch

sonst genutzt werden

Ungefähr vor einem Jahr wurde mit den Planungen begonnen. In den Schulfreiraum integrierte man auch die für Kinder sehr anziehende steile Böschung und investierte von der Gemeinde rund 60.000 Euro, wovon aber rund 40.00 Euro gefördert werden, erklärt Bürgermeister Josef Wagner. Auch er ist sehr stolz auf den in Österreich so gut wie einzigartigen „Fehra-Bildungsraum“, der auch für andere Veranstaltungen in der Gemeinde genutzt werden soll.

Rund 250.000 Euro hat die Gemeinde für den Fehra-Bildungsraum veranschlagt, die genauen Abrechnungen liegen der Gemeinde noch nicht vor. Wagner rechnet auch hier mit 25 Prozent Förderung, das sind über 60.000 Euro. „In diesem Raum ist alles aus Vollholz und alles wurde mehrfach geprüft“, betont Wagner die wirklich sehr sichere Ausstattung.