Waldviertel-Tourismus auf Rekordkurs. So viele Gäste wie noch nie nächtigten 2019 im Waldviertel. Zahl der Ankünfte stieg um satte 4,1 Prozent. "Schritt in Richtung Ganzjahrestourismus ist gesetzt", betont Waldviertel Tourismus-Geschäftsführer Andreas Schwarzinger.

Von Markus Füxl. Update am 19. Februar 2020 (16:52)
Waldviertel Tourismus-Geschäftsführer Andreas Schwarzinger, Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav und Landtagsabgeordneter Franz Mold präsentierten im Schloss Rosenau, Bezirk Zwettl, die Tourismuszahlen 2019.
Markus Füxl

Über ein Rekordjahr im Tourismus kann sich das Waldviertel freuen: Mit 1,291.617 Nächtigungen konnte das beste Ergebnis seit Beginn der Aufzeichnungen verbucht werden. Das bedeutet einen Zuwachs von 1,0 Prozent.

„Wir haben 2019 stark geerntet. Es ist aber schon alles angerichtet für eine tolle Saison 2020“, freut sich Tourismuslandesrätin Petra Bohuslav. Außerdem verzeichnet das Waldviertel im abgelaufenen Jahr 371.327 Ankünfte (um 14.678 mehr als im Jahr zuvor) und verzeichnet so ein Plus von 4,1 Prozent.

„Vor allem Ferienwohnungen bauen überproportional stark aus“

„Es freut mich besonders, dass das Waldviertel auch als Tagesausflugsziel mehr und mehr an Bedeutung gewinnt“, sagt Andreas Schwarzinger, Geschäftsführer von Waldviertel Tourismus. Vor allem Gäste aus Wien (+3,7 Prozent) und Oberösterreich (11.8 Prozent) schätzen das Waldviertel als angenehm kühle Ruheoase im Sommer.

Auch die Marktoffensive in Tschechien zeigt Wirkung: Der Anstieg an tschechischen Gästen betrug 15,0 Prozent. Aus Polen kamen sogar um 43,6 Prozent mehr Gäste, aus Ungarn um 8,6 Prozent. „Vor allem Ferienwohnungen bauen überproportional stark aus. Dabei ist die Sehnsucht nach flexiblen Nächtigungsmöglichkeiten zu beobachten. Biobauernhöfe sprengen regelmäßig ihre Kapazitäten“, bilanziert Schwarzinger.

Das Waldviertel habe im vergangenen Jahr auch einen weiteren Schritt in Richtung Ganzjahrestourismus gemacht. So verzeichnete die Region im November einen Zuwachs um 8,7 Prozent bei den Ankünften sowie 4,4 Prozent bei den Nächtigungen. „Das wäre vor einigen Jahren noch nicht möglich gewesen“, sagt Schwarzinger. Durch die warmen Temperaturen wurden aber winterliche Angebote bis jetzt nicht so stark gebucht, wie erhofft, etwa beim Langlaufen.

„Natur ist nach wie vor der Hauptdarsteller im Waldviertel“

Der Zwettler Bürgermeister Franz Mold präsentierte die Tourismuszahlen für den Bezirk Zwettl. So stieg die Zahl der Ankünfte um 2.840 (+3,5 Prozent) auf insgesamt 84.681. Die Zahl der Nächtigungen ging um 1.543 (-0,4 Prozent) auf gesamt 391.529 zurück. Das Waldviertel glänze vor allem durch seinen Gesundheitstourismus: „Die Region bietet die perfekten Rahmenbedingungen, um gesund zu werden und zu bleiben“, sagte Mold.

Über 35 Prozent aller Nächtigungen kommen aus dem Gesundheitstourismus. Erfolgreiche Initiativen wie „Handwerk und Manufaktur im Waldviertel“ sowie „Winter.Auszeit“ und die „Häferlgucker“-Kochkurse beleben vor allem die Zwischen- und Nebensaisonen. „Die Natur ist nach wie vor der Hauptdarsteller im Waldviertel“, zog Mold Bilanz.

Im Rahmen des Betriebscoachings des Waldviertel Tourismus soll 2020 der Fokus auf Mobilität und einer neuen E-Learning-Plattform für die Betriebe liegen. „Wir wollen mit dem Vorurteil, dass das Waldviertel mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht gut erreichbar ist, aufräumen“, sagte Schwarzinger.

Außerdem freut man sich besonders, den „Gartensommer spezial“ in Langenlois und Schiltern ausrichten zu dürfen. Von 27. bis 29. Mai findet wieder das Fest „waldviertelpur“ am Wiener Rathausplatz statt. „Schon jetzt haben sich mehr Aussteller angekündigt, als wir 2019 insgesamt hatten“, blickt Schwarzinger in die Zukunft.