Bürgermeister wendet sich nach Vorwürfen an Polizei. Selbstanzeige wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs soll, so berichtet am Mittwoch die Tageszeitung „Heute“, der Bürgermeister von Pölla, Günther Kröpfl (ÖVP), erstattet haben.

Von Brigitte Lassmann-Moser. Erstellt am 25. April 2018 (15:00)
Bigitte Lassmann-Moser

­­Es gehe dabei konkret um einen Handymasten auf seinem Silo sowie um ein Bauverfahren. Tatsache ist, dass Kröpfl nicht Selbstanzeige erstattet, sondern sich an die Polizei gewandt hat, nachdem er sich mit einer Flut von anonymen Schreiben mit Vorwürfen gegen die Gemeinde bzw. seine Person konfrontiert sieht. Er will, dass die Sache ordentlich untersucht und aufgeklärt wird.

Im Gespräch mit der NÖN erklärt Bürgermeister Kröpfl die Hintergründe: Am Tag der März-Gemeinderatssitzung habe jeder Gemeinderat ein anonymes Schreiben erhalten – mit Ausnahme von ihm selbst und dem Vizebürgermeister. In diesem Schreiben wurde gefordert, dass der bei der Gemeinderatssitzung im Punkt „Anfragen“ über den Handymasten diskutiert wird.

Sender auf Kröpfls Silo gibt es bereits seit 2002

Nachdem es einen solchen Tagesordnungspunkt bei der Sitzung nicht gibt, hat Kröpfl  für den darauffolgenden Montag einen Gesprächstermin angeboten, der jedoch nicht wahrgenommen wurde. Fakt ist, dass es den Sender auf Kröpfls Silo bereits seit dem Jahr 2002 gibt.  „Der ist eine reine Privatsache, ist baulich bewilligt, und es hat alles Hand und Fuß“, so der Orts-Chef gegenüber der NÖN. Nachdem A1 im Februar an diesem Handymasten Änderungen vorgenommen hat und dafür zwei Tage lang ein Kran vor Ort stand, dürfte jemand darauf aufmerksam geworden sein…

Die zweite Sache betrifft ein schon länger zurückliegendes Bauverfahren. Darüber wurde die Staatsanwaltschaft Krems im Jänner in Form eines anonymen Schreibens informiert. Nur: Dieses konkrete Bauprojekt stellt dank eines neuen Bewilligungsverfahrens überhaupt kein Problem mehr dar. Die Staatsanwaltschaft aber muss der Sache freilich nachgehen.

Bürgermeister Günther Kröpfl hat natürlich einen Verdacht, wer hinter den anonymen, zum Teil auch sehr persönlichen Anschuldigungen stecken könnte, will seine Vermutungen aber nicht äußern, da es sich um ein laufendes Verfahren handelt. „Ich fühle mich verfolgt und will, dass die Sache aufgeklärt wird. Ich will wissen, wer dahinter steckt, um Antworten auf die Vorwürfe gegen zu können. Deshalb habe ich eine Meldung an die Polizei gemacht.“