Premiere für drei Damen. Leistungsfreude / Ein Kulturerlebnis und gesellschaftliches Ereignis war es wiederum, als der leistungsstarke Musikverein Großhaselbach Döllers Kulturstadel zum Konzertsaal werden ließ.

Von Othmar Zaubek. Erstellt am 11. Juni 2014 (11:29)
NOEN, NÖN
Im Rahmen des Pfingstkonzertes wurden auch Ehrungen ausgesprochen: Josef Weber, 1. Kapellmeister, Bürgermeister Karl Elsigan, die Geehrten Johann Gari, Barbara Koppensteiner, Alois Grüböck, und Andrea Gari, der Obmann des Musikvereins Großhaselbach Erwin Franta und der Bezirksobmann des Blasmusikverbandes Johann Kainz.

Das diesjährige Konzert stand ganz im Zeichen erfolgreicher Musikerinnen, wobei gleich drei Premieren zu verzeichnen waren.

Voll und ganz wurde Marie-Therese Elsigan dem großväterlichen Vorbild gerecht und setzte somit die Tradition der Kapellmeisterfamilie Elsigan fort. Sie dirigiert deutlich und motivierend mit vorbildlichem Feingefühl. Prominenten Vorgängerinnen wurde Kristina Strohmer in bester Weise gerecht, die charmant und lebendig durch das Programm führte. Die dritte Premiere schließlich bot Maresa Ott, die durch Schönheit und Sicherheit ihrer ausdrucksstarken Stimme eine Nummer der berühmten Sängerin Adele zum Erlebnis werden ließ.

Generell ist hervorzuheben, dass sich Großhaselbach von Jahr zu Jahr hinsichtlich Spieltechnik und Vortragskunst angenehm steigert und so Kapellmeister Josef Weber, dem man Sicherheit und Freude ansieht, immer mehr seine Musikvorstellungen realisieren kann.

Drei besonders klangvolle Höhepunkte gaben heuer dem ersten Teil das Gepräge. Schon bei „Vivat“ von Johann Pausackerl konnte Großhaselbach zunehmende Klangfülle und facettenreiche Gestaltung unter Beweis stellen und wurde dem festlich erhabenen Charakter der Komposition vollauf gerecht.

Klangvolle Höhepunkte begeisterten Publikum

Auch Josef Weber entwickelt sich vermehrt zu den lebensvollen Walzerdirigenten der Region, heuer wurde „Wiener Bürger“ von Carl Michael Ziehrer mit hingebungsvoll ausgeformter Einleitung und in musikalischer Lebensfreude gestaltet. Nach der klangfreudig und mitreißend interpretierten Ouverture „Cupfinale“ von Karl Safaric wurde mit sicherem Gefühl für dramatische Effekte und spannende Phrasierung in jeder Hinsicht tadellos „Capitolinus“ von Daniel Muck vorgetragen.

Zur schönen Tradition wird es, dass beim Musikverein Großhaselbach Beiträge zum Bläserkammermusiktag vorgestellt werden und heuer war das „Haselbacher Holzquintett“ an der Reihe und brachte einen „Slawischen Tanz“ von Dvorak und den „Asia Rock“, beides gehaltvoll musiziert.

Sehr abwechslungsreich war auch der zweite Programmteil mit Musik von Otto M. Schwarz und „Trumpetlive“ von Heribert Raich, wobei sich das Trompetenregister klangvoll vorstellen konnte. Bekenntnis zur Musik in denkbar schönster Form wurde offiziell abschließend „Enjoy the Music“ von Thomas Doss. Bei der zweiten Zugabe, dem Marsch „Die lustige Dorfschmiede“ von Julius Fucik begeisterte der jüngste Musiker Jakob Hirnschall durch präzises Musizieren und beachtlich bravouröse Schlagtechnik.

Bürgermeister Karl Elsigan betonte die Leistungen der Musikkapelle, die trotz mehrerer „Mitbewerber“ die Jugend gewinnt. Anerkennung auch in den Worten von Bezirksobmann Johann Kainz, der seitens des Blasmusikverbandes Ehrungen vornahm.