Werwolf nach Biss vom Drucker. Die Wolfstage in Allentsteig gingen am Wochenende über die Bühne. Besucher durften sich dabei über gleich zwei Premieren freuen.

Von Angelika Koll und Red. Zwettl. Erstellt am 22. September 2020 (09:14)

Manfred Greisinger, der bereits im Sommer Kulturabende in Allentsteig veranstaltete, organisierte die Wolfstage gemeinsam mit seinem früheren Schulkollegen Stephan Rabl, Leiter des Festivals „*SZENE Waldviertel“. Greisinger erzählte bei der Eröffnung: „Am 29. Juli habe ich mir eine Notiz gemacht: Die Welt ist verrückt, Stephan ruft an und will Kultur in Allentsteig machen.“ Schließlich kamen die Wolfstage heraus am See, den Rabl zuvor gar nicht kannte. Greisinger kam auch nicht umhin anzumerken, dass in den Wetteransagen zu der Zeit von einem Hoch mit Namen Manfred gesprochen wird — ein Zeichen?

Rabl erwähnte bei der Eröffnung, dass neben dem Zuhause und Aktivitäten im Freien auch die Kultur ein sicherer Platz sei, „denn jeder Veranstalter wird alles tun, damit sie sicher sind“, sagte er, und: „Es geht um ein paar Stunden, während denen man sich verliert.

Bürgermeister Jürgen Koppensteiner zeigte sich erfreut, dass die Veranstaltung verwirklicht werden konnte.“Vielleicht ist das der Startschuss für etwas Großes“, meint er.
Die erste Premiere, die die Besucher an diesem Abend erwartete, war die Comedy-Show „Herr Rolf der Werwolf“. Holger Schober verkörperte dabei die Rolle von Herrn Rolf, dem Buchhalter, der seit kurzem ein Werwolf ist — aber ein moderner. Er wurde nämlich vom Drucker gebissen als Folge eines Mails mit dem Titel „Wollen sie wieder Haare?“ Er unterhielt das Publikum in Folge mit Anekdoten aus seinem Leben als Werwolf, etwa wie er so manche Person, die ihn ärgerte, schon gefressen hat. Außerdem berichtete Herr Rolf, Ortsgruppenleiter von Zwettl für die „Wesen mit besonderen Bedürfnissen bei Vollmond“ zu sein, wie es korrekt heißt. Musikalisch begleitet wurde er dabei von Johannes Specht an der Gitarre.

Eine Premiere war die Verkostung des Allentsteiger Wolfsbluts in der Pause, das Alexander Gimbel vom Freihof mitbrachte, und das es nun öfter geben soll. „Wir wollen Red Bull damit den Rang ablaufen“, scherzte Greisinger.

Weiter ging es danach mit Liedern von Bryan Benner, der im Waldviertel etwa als Mitglied der „Wandervögel“ bekannt ist. Er präsentierte neben Eigenkompositionen und deutschsprachigen Liedern auch Schubert auf Englisch. Den Abschluss des Abends bildeten die afrikanischen Rhythmen von ASAP.

Nach der Eröffnung stand auch das restliche Wochenende ganz im Zeichen des Wolfes.

Die Besucher konnten mit Wolfs-Yoga in den Tag starten, ihren eigenen Wolf zeichnen und verschiedenen Vorträgen lauschen.
Außerdem gab es musikalische Darbietungen und das Theaterstück „Das Rotkäppchen und der gar nicht so böse Wolf“.