70 „Taxler“ aus dem Bezirk Zwettl nun geprüft. Durch eine Änderung der Gewerbeordnung brauchen Mietwagenunternehmer und deren Mitarbeiter einen Taxilenkerausweis. Die ersten Prüfungen fanden dazu in Gmünd statt.

Von Karin Pollak. Erstellt am 23. Oktober 2020 (05:26)
Ewald und Michael Gaispichler aus Schönbach (Gemeinde Bärnkopf) traten beim Wifi in Gmünd zur Taxilenker-Prüfung an und haben diese auch bestanden.
Karin Pollak

Für zahlreiche Mitarbeiter der Mietwagenunternehmer heißt es jetzt „Schulbankdrücken“ – in Coronazeiten wurde das auf die Online-Version umgestellt. Sie brauchen nämlich ab dem kommenden Jahr einen „Taxilenkerausweis“ und dafür ist eine Prüfung notwendig.

Beim Wifi in Gmünd fanden am vergangenen Freitag und Samstag erstmals Prüfungen zur Erlangung des Taxilenkerausweises statt. „Um als Taxilenker tätig sein zu können, braucht es ab 2021 generell Taxilenkerprüfungen, ausgenommen davon sind Schülerbeförderungen“, erklärt Michael Steinparzer von der Wirtschaftskammer-Fachgruppe für das Beförderungsgewerbe mit Personenkraftwagen.

„Damit sollen die Taxi- und die Mitwagenunternehmer gleichgestellt und etwaige Probleme, die es etwa bei der Abholung von Gästen bei Festen zwischen den Taxlern und den Mitwagenunternehmern gegeben hat, der Vergangenheit angehören“, betont Steinparzer.

Für die Wirtschaftskammer sei es dabei wichtig, die erforderlichen Prüfungen so effektiv wie möglich zu gestalten. Dazu werden über das WIFI digitale Vorbereitungskurse angeboten. Die Prüfungstermine seien außerdem für alle zukünftigen Taxilenker offen. „Der Bedarf ist gegeben. Alleine in Gmünd haben rund 70 Personen von 15 Firmen aus dem gesamten Waldviertel teilgenommen“, betont der Fachgruppengeschäftsführer. Im nördlichen Waldviertel gibt es insgesamt 70 Mitwagenunternehmer.

Großer Andrang bei den Prüfungsterminen

„Einige haben die Prüfung schon in St. Pölten oder an einem anderen Wifi-Standort abgelegt oder brauchen sie nicht, weil sie nur Schüler transportieren“, so Steinparzer.

Die Gäste, die sich ab Jänner einen geprüften Taxilenker eines Mietwagenunternehmens für eine Fahrt ordern, haben durch diese Änderung der Gewerbeordnung Vorteile. „Bei diesen Lenkern wird nämlich auch über die Behörde ihre Vertrauenswürdigkeit geprüft“, zeigt Steinparzer auf.

Sie seien außerdem im Verkehrsgewerberecht, in der Verrechnung, im Arbeits- und Verkehrsrecht sowie in der Orientierung ausgebildet und haben Ortskenntnisse – das müssen sie bei der Taxilenkerprüfung auch unter Beweis stellen.

Ein Mietwagenunternehmer, der mit seinem Sohn Michael zur Prüfung in Gmünd angetreten ist, ist Ewald Gaispichler aus Schönbach in der Gemeinde Bärnkopf. „Jetzt haben wir die gesetzlichen Grundlagen erfüllt und können bei Bedarf weiterhin Taxifahrten durchführen“, betont Gaisbichler, der eine Autowerkstatt betreibt und den Schülertransport durchführt.

Er selbst als Konzessionsinhaber hatte zwölf Fragen bei der Prüfung zu beantworten. Für Sohn Michael gab es 38 Fragen – beide haben bestanden. Das haben auch fünf Buslenker vom Zwettler Unternehmen Pichelbauer-Reisen, die auch in Gmünd zur Prüfung angetreten sind.