Langschlag: Die Schulmilch gibt's wieder nur im Laden. Mit Lockdown fielen wieder die Schulen als Abnehmer weg. Im Laden in Langschlag kann man dafür bald bargeldlos bezahlen.

Von Karin Pollak. Erstellt am 03. Dezember 2020 (04:18)
Maria und Josef Mayerhofer betreiben in Landschlag ihren biozertifizierten „Milchhof“. Seit dem zweiten Lockdown können sie wieder nicht ihre Produkte in Schulen und Kindergärten liefern.
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Den zweiten Lockdown hat auch die Familie Mayerhofer aus Langschlag extrem zu spüren bekommen. Die Inhaber des „Milchhofes“ produzieren für Schulen und Kindergärten in der Region viele Bio-Produkte, die sie Anfang November herschenken mussten.

„Zum zweiten Mal ist unser wichtiges Standbein, die Produktion der Schulmilch, komplett weggebrochen. Da die Verkündigung des Lockdowns am Samstag-Abend des 14. November erfolgt ist und wir die Schulmilch immer am Sonntag-Abend ausliefern, waren wir gezwungen, die für die Woche darauf produzierten Produkte zu verschenken. Sonst hätten wir alles wegleeren müssen“, erzählen Maria und Josef Mayerhofer.

Milch nun vermehrt für Käsepodukte verwendet

Seither gebe es keine Lieferungen in Schulen und Kindergärten, diese seien geschlossen, oder würden nur wenige Kinder betreuen, zeigt das engagierte Ehepaar, das den Bauernhof mit 35 Milchkühen betreibt, auf. „Das ist wirklich schade, denn uns ist wichtig, dass die Kinder und Jugendlichen Gesundes zur Schuljause bekommen“, erklärt Josef Mayerhofer.

„Gleich nach dem ersten Lockdown haben wir für die Schulen und Kindergärten, die wir beliefern, Kühlschränke angekauft. Damit konnten wir die ‚kontaktlosen’ Lieferungen unserer Produkte gewährleisten. Wir brachten unsere Produkte immer sonntags und hatten daher keinen Kontakt zu Schülern oder Lehrern. Die Schlüssel haben uns die Gemeinden zur Verfügung gestellt. Nur bei einem Kindergarten hat das leider nicht funktioniert“, erzählen die Milchbauern. Diese Kühlschränke bleiben jetzt leer.

Ihre biozertifizierten Produkte wie Milch, Kakao, Vanillemilch, Trinkjoghurts oder Molke-Drinks, die sie selbst am Milchhof produzieren, gibt es derzeit nur in ihren beiden Selbstbedienungsläden in Zwettl und in Gmünd.

Mit der vermehrt zur Verfügung stehenden Rohmilch werde Käse produziert. Auch da gibt es eine breite Produktpalette. „Den Frisch-, Schnitt- oder Bergkäse gibt es natürlich auch in unseren Läden und wir füllen unser Lager auf“, erklärt Maria Mayerhofer. Das gelte auch für Butter, Topfen und Co. „Wir probieren sehr gerne Neues aus. Unser Eiskaffee war im Sommer sehr begehrt, den gibt es wieder im kommenden Jahr. Momentan kreieren wir eine neue Käsesorte“, verrät sie.

Etwas Neues gibt es am Milchhof auch für die Kühe. „Wir haben den Weidebetrieb gestartet und die Kühe fühlen sich so richtig wohl. Die Weide befindet sich rund 400 Meter vom Milchhof entfernt. Aber den Kühen macht es so richtig Spaß, wenn sie dorthin dürfen. Sie hüpfen und springen, dass bei einigen sogar alle vier Beine in der Luft sind“, erzählt Josef.

In ihren beiden Selbstbedienungsläden werden noch vor Weihnachten die Registrierkassen Einzug halten, verrät das Ehepaar. „Dann geht das Einkaufen noch leichter. Die Kunden brauchen die gekennzeichneten Waren nur scannen oder per Touch aus der Produktliste wählen. Dann kann man bargeldlos mit Bankomat- oder Kreditkarte zahlen. Das ist der Wunsch vieler unserer Kunden und diesen werden wir jetzt erfüllen.“

Regionalität wieder etwas in Hintergrund

Maria und Josef Mayerhofer tun also vieles, damit ihre Kunden und auch ihre Tiere gut versorgt werden. „Unser Angebot soll so gesund und so regional wie nur möglich sein.“ Darauf hätten sehr viele im ersten Lockdown gesetzt.

Aber das Einkaufsverhalten habe sich seither doch etwas geändert. „Das hat man alleine beim Klopapier gesehen, dass beim zweiten Lockdown in nicht so großen Mengen gekauft worden ist. Auch die Regionalität ist leider etwas ins Hintertreffen gerückt.“