Rampe für Warteraum. Achtung Stufe! / Vollkommene Barrierefreiheit ist kaum zu erreichen - umso wichtiger ist es, so viele Maßnahmen, wie möglich, umzusetzen.

Erstellt am 23. Mai 2014 (10:00)
NOEN, Regionalmanagement NÖ
Vor der Rampe: Reinhard Poppinger, Karl Elsigan, Manfred Bernhard (ÖBB), Landtagsabgeordneter Franz Mold, Mario Höbinger, Sonja Kreutzer, Barbara Ziegler (beide Regionalmanagement NÖ), Landesrat Karl Wilfing und Manfred Groß.

Immer wieder stoßen Rollstuhlfahrer auf Hürden, die ohne Hilfestellung oder Hilfsmittel kaum oder oft gar nicht zu bewältigen sind – so auch im Bahnhof Schwarzenau. Hier wurden die Hürden aber jetzt beseitigt.

Oft sind es nur kleine Hindernisse wie die Bürgersteigkante, Treppenstufen, Geschäftseingänge oder die Terrassenschwelle, die überbrückt werden müssen, aber manchmal für einen Rollstuhlfahrer schier unüberwindlich sind. Wie bereits berichtet, war es für Mario Höbinger und Manfred Groß als Rollstuhlfahrer nicht möglich, den Warteraum am Bahnhof Schwarzenau zu benützen, weil ein barrierefreier Zugang fehlte. Mussten die beiden Herren nun auf einen Niederflurwagen warten, der trotz telefonischer Voranmeldung nicht ankam, so war dies oft im Regen, bei Schnee und Minusgraden.

Diese Zeiten gehören ab sofort der Vergangenheit an. Manfred Bernhard, Regionalmanagement der ÖBB-Personenverkehr AG, reagierte rasch und sorgte bei den Verantwortlichen für die Errichtung einer entsprechenden Rampe am Bahnhof Schwarzenau als auch in Göpfritz. Auch wurde eine Änderung der Zugbildung (Doppelstock- Steuerwagen für barrierefreien Zugang) plus das Einsteuern eines Kundenfeedbacks bei Voranmeldung erfolgreich umgesetzt.

Lebensqualität steigern und aus Alltagstrott ausbrechen

„Die Mobilitätszentrale Waldviertel hat hier als zentrale Anlaufstelle sehr gut gearbeitet“, so Verkehrslandesrat Karl Wilfing. „Die Anregungen, die nun zur Rampe führten, wurden bei einem Fahrplandialog, den die Mobilitätszentrale mit dem VOR im Auftrag des Landes NÖ organisiert, aufgenommen. Unser Ziel ist, die barrierefreie Gestaltung der Gemeinden zu fördern. Nicht nur für Rollstuhlfahrer, sondern auch für ältere Mitbürger und Eltern mit Kinderwagen ist es mitunter schwer, bauliche Barrieren zu überwinden. Mit diesen Maßnahmen vor Ort konnte nun optimal auf die individuellen Bedürfnisse der Rollstuhlfahrer eingegangen werden.“

Mario Höbinger und Manfred Groß: „So wie viele unserer Mitmenschen, sind wir auf einen Rollstuhl angewiesen. Wir wollen anderen Betroffenen Mut machen, sich für ein bequemes Reisen mit den öffentlichen Verkehrsmitteln einzusetzen, um die Lebensqualität wieder zu steigern und aktiv mit Familie oder Freunden aus dem Alltagstrott ausbrechen zu können.“