Innovativ: Eine Klasse ohne Tafel und Tische?. Mit der Konzeption einer Musterklasse startet die Neue Mittelschule Rappottenstein ein Pionierprojekt.

Von Markus Füxl. Erstellt am 29. November 2018 (05:00)
Markus Füxl
Um die Frage, wie Schulraum aussehen kann, ging es in Rappottenstein: Direktorin Andrea Strohmayer, Dörte Kuhlmann, Vizebürgermeister Manfred Preiser, Linda Stix, Rosa Kemetmüller, Bogdan Caratas, Bürgermeister Josef Wagner (hinten, v.l.), Katharina Tielsch und die Schüler Angela Gattringer, Paul Damberger, Sarah Gattringer und Michael Böhm-Gundacker.

Einen Klassenraum für die Zukunft möchte die Neue Mittelschule (NMS) Rappottenstein. Unter dem Titel „Schulraum neu gedacht“ feilt die Schule mit Studenten der Technischen Universität (TU) Wien an einem Konzept für den idealen Lehr- und Lernraum, der ein Pionierprojekt in Österreich darstellt.

Zwei Klassen sowie ein Teil des Ganges wurden für den Rohbau des 150 Quadratmeter großen Raumes aufgelassen. Er soll als zusätzlicher Schulraum für alle Klassen für außergewöhnliche Aktivitäten, wie Morgenkreise, zur Verfügung stehen. Bezugsfertig soll das moderne Klassenzimmer mit nächstem Schuljahresbeginn sein.

"Wir wollen weg von einer verstaubten Schularchitektur und Schulraum neu denken!"Professorin der Technischen Universität Wien, Dörte Kuhlmann

Bevor es soweit ist, stellten die Studenten am 20. November ihre ersten Konzepte vor. Drei Tage hatten sie im Vorfeld vor Ort verbracht, um die Bedürfnisse von Schüler und Lehrer mit einfließen zu lassen. „Wir wollen Schulraum neu denken, weg von verstaubter Schularchitektur“, kündigte Architektin Dörte Kuhlmann an.

"Waldviertler Föhre im Mittelpunkt"

„Im Mittelpunkt steht die Waldviertler Föhre, passend zum Wald und Holz-Schwerpunkt der Schule“, erklärte Direktorin Andrea Strohmayer im Gespräch mit der NÖN.

Die mögliche Ausstattung des Raumes war durchaus futuristisch. So kamen die meisten Konzepte ohne herkömmlichen Tafeln oder Tischen aus. Dafür präsentierten die Studenten Systeme mit akustischen Vorhängen mit Schienensystemen, von Wänden abziehbare Sitzpölster sowie moderne Möbel wie den „flexible love“, einen ausziehbaren Sessel aus Holz und Papier.

Mit dem Pionierprojekt setze die Schule einen wichtigen Schritt, so Bürgermeister Josef Wagner: „Die Schule hat sich seit Bestehen in den letzten 50 Jahren fast nicht verändert, die Welt hat sich aber weitergedreht“.

In weiterer Planung möchte sich Direktorin Strohmayer gemeinsam mit Schülern und Eltern die Konzepte genauer ansehen und umsetzbare Elemente daraus auswählen. Große Zustimmung gab es in einer ersten Diskussionsrunde für mobile Boxen und „Lichtvorhänge“, die eine flexible Gestaltung des Schulraumes ermöglichen.

Die Musterklasse soll mit regionalen Betrieben wie der Tischlerei Neulinger aus Roiten und der Firma Trikustik aus Rappottenstein umgesetzt werden.