Lesung: „Stairway 8“ oder „d´Achtastiagn“

Franz Stanzl las aus seinem neuesten Buch, dessen Titel ihm aus dem Radio zuflog, im Musikerheim Rappottenstein vor.

NÖN Redaktion Erstellt am 21. September 2021 | 19:40
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Franz Stanzl kam mit seiner Frau Gertrude (r.) zur Lesung ins Musikerheim Rappottenstein, zu der ihn Gemeinderat Roland Stöger und dessen Frau Gabriela empfingen.
Foto: Maria Moll

Der österreichische Autor Franz Stanzl folgte am Freitagabend einer Einladung von Gemeinderat Roland Stöger zur Lesung im Musikerheim in Rappottenstein. Mit Ausschnitten aus seinem ersten Roman „Stairway 8“, 2020 erschienen, bereitete Stanzl den Zuhörern einen vergnüglichen Abend.

Der Wiener Franz Stanzl, 1952 geboren, wirkte von 1976 bis 1987 als Hauptschullehrer für Englisch und Geschichte. Sein Studium der Rechtswissenschaften schloss er 1984 mit der Promotion ab. Ab 1988 arbeitete er als freier Schriftsteller. Er schrieb für deutschsprachige Rundfunkanstalten, darunter den ORF, und verfasste Drehbücher für das Kinderfernsehen. So manche Radiogeschichten, wie der „Ohrenbär“, erschienen auch als Kinderbücher.

Wie kam es nun zum Titel des Romans?

„Mir ist der Titel durch den Song ,Stairway to Heaven´ von Led Zeppelin gleichsam aus dem Radio zugeflogen“, erklärt der Autor. Die Warnung des Verlags, genau den Begriff wegen des Urheberrechts nicht als Buchtitel zu verwenden, beflügelte die Fantasie von Stanzl. Es könnte sich für die Verkaufszahlen des Werkes durchaus günstig auswirken, wenn die Cobra ihn, selbst vielleicht schon im Pyjama, aus seiner Wohnung abholen würde. Die gaffende Menschenmenge vor dem Haus, dicke Schlagzeilen in den Gazetten … Noch dazu tragen auch die einzelnen Kapitel des Romans Titel von Welthits als Überschrift, womit sie ein wenig den Inhalt des Erzählabschnitts beschreiben.

Auf der Karte kann man lange suchen

Der Roman heißt nun also „Stairway 8“, auf Wienerisch „d´Achtastiagn“, und spielt in Simmering im Pripadlo-Hof, einem Gebäude, das Sie auf keinem Stadtplan finden werden, weil es in Wirklichkeit nicht existiert. Der Leser erfährt über das Zusammenleben einer Reihe von Personen — von der im Rollstuhl gelandeten Eisläuferin bis zum jungen Neonazi — im Gemeindebau und ihre bislang doch eher überschaubaren Probleme. Dann taucht Theo auf.

„Stairway 8“, Roman von Franz Stanzl, Taschenbuch, 340 Seiten, 18,75 Euro.