Selbstständig mit Wildhandel

Erstellt am 03. Juli 2022 | 03:37
Lesezeit: 3 Min
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Mit ihrem Wildhandel „Wildviertel“ hat Verena Rosenkranz eine Marktlücke erschlossen, von der auch die Jäger aus der Region profitieren. Egal ob online, bei Märkten oder großen Festen (wie hier bei waldviertelpur in Wien) vermarktet sie ihre Produkte.
Foto: Waldviertelpur
Jägerin Verena Rosenkranz aus Roiten verkauft mit „Wildviertel“ Fleischspezialitäten.
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Verena Rosenkranz aus Roiten ist leidenschaftliche Jägerin. Jetzt hat sie das Hobby zum Beruf gemacht und sich mit einem Wildfleischhandel selbstständig gemacht. Dem aufstrebenden Ein-Frau-Unternehmen gab sie den Namen „Wildviertel“.

„Wild ist das ursprünglichste Lebensmittel überhaupt. Woher es kommt, ist einfach nachvollziehbar. Wir essen fast nur mehr Wild, das ich selber erlege. Diesen Genuss wollte ich auch anderen ermöglichen“, erklärt Verena Rosenkranz, die bei einer Tageszeitung in Berlin als Journalistin sowie als Pressesprecherin im Parlament in Wien gearbeitet hat, ehe sie mit ihrem Gatten ins Waldviertel übersiedelte. „Die Österreicher essen über 60 Kilo konventionell erzeugtes Fleisch pro Kopf und nur 0,7 Kilo Wildfleisch. Ich will an den Stellschrauben drehen und das Wildfleisch und die köstlichen Produkte daraus attraktiver machen“, zeigt Rosenkranz ihren Beweggrund für die Gründung ihres Wildfleischhandels auf. „Außerdem werden jährlich mehrere Tausend Kilo Wild exportiert, während wir im Herbst Farmwild aus dem Ausland wieder importieren. Das passt für mich nicht zusammen.“

Geschäftsführerin, Jägerin und dreifache Mutter

Mittlerweile ist Verena Rosenkranz dreifache Mutter, arbeitet als Geschäftsführerin bei der NÖ-Kinderbetreuung und führt jetzt auch noch das „Wildviertel“ – diesen aussagekräftigen Namen hat sich die engagierte Unternehmerin bereits schützen lassen. Verena Rosenkranz hat schrittweise gelernt, wie man das Wild richtig zerlegt. Das war auch notwendig, denn: „Ich arbeite mit sehr vielen Jägern zusammen. Dieses Fleisch wird zentral gesammelt und zerlegt – alles natürlich den hohen Auflagen entsprechend.“

Gemeinsam mit den Partnerfirmen werden daraus köstliche Pasteten, Rohschinken und Co. produziert, die im „Wildviertel“ verkauft werden. „Ich arbeite mit mehreren niederösterreichischen Betrieben zusammen, diese Kooperation läuft sehr gut, mittlerweile gibt es auch schon Angestellte“, erzählt die Unternehmerin, die selbst diese Produkte auf diversen Märkten im Waldviertel und Wien anbietet.

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Seit Kurzem hat sich die engagierte Jägerin Verena Rosenkranz mit ihrem Wildhandel „Wildviertel“ selbstständig gemacht.
Foto: www.wildviertel.com

Die Nachfrage im Online-Shop www.wildviertel.com steige ebenfalls ständig. „Da kaufen nicht nur Private oder Hofladen-Betreiber, sondern auch Gastrounternehmen aus der Region bis ins Salzburgerland das frische Wildfleisch und auch die daraus entstandenen Produkte, die frisch und gekühlt verschickt werden“, freut sich die Rappottensteinerin, die als „Mädel, das Wild verkauft“ auch in der nach wie vor männerdominierenden Jägerschaft durchaus Anerkennung findet.

Für jene, die noch keine oder nur wenig Erfahrung mit der Zubereitung von Wild haben, hilft Verena Rosenkranz mit Rezepten aus, die auf ihrer Homepage zu finden sind.

Übrigens: Verena Rosenkranz war mit einem „Wildviertel“-Stand nicht nur bei waldviertelpur in Wien, sondern auch beim großen Bezirksfest anlässlich „100 Jahre Niederösterreich“ am Zwettler Dreifaltigkeitsplatz vertreten.

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