Landesklinikum Zwettl: "Haben Vorwürfe nicht verdient". Auf die Kritik einer Leserin über die Hygienemaßnahmen sowie die eingeschränkten Besuchszeiten während und nach einer Geburt im Zwettler Spital meldet sich jetzt die Kollegiale Führung des Landesklinikums und die Geschäftsführung der Gesundheit Waldviertel GmbH in einer Aussendung zu Wort.

Von Red. Zwettl. Erstellt am 02. Dezember 2020 (10:14)
Im Zwettler Landesklinikum gelten aufgrund der Coronapandemie weiterhin Besuchsbeschränkungen.
Landesklinikum Zwettl

Das Schreiben in voller Länge: "Die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe am Landesklinikum Zwettl erfüllt mit mehr als 800 Geburten, 1.100 Operationen, 2.100 stationären Aufenthalten und 6.000 ambulanten Kontakten jährlich einen regionalen Versorgungsauftrag in der Gynäkologie und Geburtshilfe.

Trotz des großen Leistungsaufkommens sind unseren hoch engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tagtäglich bemüht, die beste Versorgung und Betreuung für unsere Patientinnen und werdenden Mütter sicherzustellen. Dass dies gelingt, beweisen die Ergebnisse der jährlichen Patientenbefragungen, in der die Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe kontinuierlich hervorragende Ergebnisse und Spitzenplätze im niederösterreichischen Vergleich erzielt. Auch in den schwierigen Monaten der Pandemie, mit all ihren Auswirkungen und Einschränkungen, die auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter privat und beruflich betreffen, ist die Versorgung in der gewohnt hohen Qualität durch die enorme Leistungsbereitschaft unseres Personals gewährleistet.

Wir möchten den Unmut mancher Angehörigen oder Besucher verstehen, ersuchen aber auch, dass unsere notwendigen Maßnahmen richtig eingeordnet werden. Diese Maßnahmen nach Vorgabe der Covid-19-Schutzmaßnahmenverordnung, nach den Empfehlungen des Bundesministeriums für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz und der Sanitätsbehörden bedeuten nicht nur für die Patientinnen und Patienten ungewohnte Einschränkungen (Stichwort Besuchsregelung), sondern stellen auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor ungewohnte und zusätzliche Herausforderungen. Ebenso sind diese Regelungen aber essentiell, damit unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ihre Gesundheit erhalten und so weiterhin für erkrankte und verunfallte Menschen da sein können. Dass Schlimmste, das einem Klinikum passieren kann, sind Personalausfälle und damit Einschränkungen in der lebenswichtigen Versorgung.

Es ist unsere ursächlichste Aufgabe, dass wir hier entsprechende Maßnahmen zum Schutz der uns anvertrauten Patienten und Patientinnen durchführen müssen. Im Rahmen der Vorgaben versuchen wir, den schwierigen Weg zwischen unserem Auftrag, Patientinnen und Patienten wie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen und den Bedürfnissen der Patientinnen und Patienten gerecht zu werden, bestmöglich zu beschreiten.

Daher ermöglichen wir unter anderem auch die Anwesenheit des werdenden Vaters bei und Besuche nach der Geburt. Um unsere Aufgaben in der medizinisch und pflegerischen Versorgung erfüllen zu können, sind wir auch auf die Disziplin in der Einhaltung der Schutzmaßnahmen durch alle Mitbürger angewiesen. Wie alle anderen Kliniken in NÖ, sehen wir uns auch im Landesklinikum Zwettl mit stark steigenden Covid-Erkrankungen konfrontiert. Wir erleben unseren Arbeitsalltag mit Blick auf die hohen Fallzahlen der stationär zu versorgenden Personen derzeit extrem fordernd und am Rande unserer emotionalen und durch die Notwendigkeit der Schutzausrüstung auch physischen Grenzen.

Die aktuell erforderlichen Maßnahmen sind nicht unüberlegt getroffen, sondern gut nach medizinischen und hygienischen Erfordernissen abgewogen. Trotz dieser belastenden Situation erfüllen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ihre Arbeit mit Leidenschaft und hoher Arbeitsbereitschaft und haben sich solch plakativ getroffenen Aussagen nicht verdient. Wir ersuchen, ihrer Leistung mit dem notwendigen und gebührenden Respekt zu begegnen."