Reale, aber auch fiktive Grenzen überwinden. In Zwettl wird derzeit die französische Komödie "Man(n) trägt rosa" von Francis Veber gespielt.

Von Brigitte Lassmann-Moser. Erstellt am 03. Oktober 2014 (00:04)
Begeistern das Zwettler Publikum: Toni Borealis, Regisseur Marius Schiener, Michaela Seidl (Intendantin), Erol Uensalan und Günter Tolar (sitzend, v. l.) sowie Martin Schlager und Horst Heiss (dahinter stehend).
NOEN, Brigitte Lassmann-Moser

Frisch, spritzig, leicht und dabei sehr unterhaltsam, typisch französisch eben – das ist die Komödie „Man(n) trägt rosa“ von Francis Veber, die derzeit beim „TheaterHerbst Grenzenlos“ im Stadtsaal Zwettl zu sehen ist. Drei Vorstellungen stehen noch auf dem Programm. Eine Kurz-Kritik finden Sie in den beiliegenden NÖ Nachrichten auf Seite 20.

Der „TheaterHerbst“ fand im Stadtsaal Zwettl, wo sich dem Ensemble – dem u.a. die Waldviertler Schauspielerin Manuela Seidl, die gleichzeitig auch Intendantin ist, sowie ORF-Publikumsliebling Günter Tolar angehören – eine neue Heimstatt. Jährlich widmet sich dieser kulturelle Fixpunkt einem anderen Land – diesmal eben Frankreich.

Veber erzählt in seinem Stück, das Marius Schiener – unterstützt von Andrea Schneider – für den „TheaterHerbst“ inszenierte, die Geschichte eines Buchhalters einer Kondomfabrik, des liebenswerten Francois Pignon (Erol Uensalan), der gekündigt wurde und sich auf Anraten seines neuen Nachbarn (Tolar) als homosexuell ausgibt. Und plötzlich steht einer, der für viele bislang gar nicht existierte, im Mittelpunkt des Interesses – nicht nur bei seiner Familie, sondern auch bei seinen Arbeitskollegen (Toni Borealis, Manuela Seidl, Horst Heiss und Martin Schlager).

Intendantin Manuela Seidl umriss in ihrer Premierenrede die Ziele des „TheaterHerbstes Grenzenlos“: Staatsgrenzen zu überwinden und auch Grenzen in den Köpfen der Menschen, Weltoffenheit und Toleranz zu lehren und das Miteinander in den Vordergrund zu rücken. Der „KulturHerbst“ ermögliche es, über den Tellerrand zu blicken, meinte Nationalratsabgeordnete Martina Diesner-Wais, die ebenfalls der Premiere beiwohnte. „Kultur ist auch grenzenlos!“, so Diesner-Wais.

Im Foyer des Stadtsaals ist im Zuge des „TheaterHerbstes“ übrigens eine kleine Ausstellung des Karikaturisten Oliver Ottitsch zu sehen. Und nächstes Jahr ist Belgien an der Reihe…