Rätsel um Bisswunde. Mann soll fünfjährige Tochter gebissen haben. Gericht fordert Gutachten ein.

Von Markus Füxl. Erstellt am 05. Februar 2021 (05:38)
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„Das stimmt nicht, ich habe meiner Tochter nie wehgetan“, bestreitet der 43-Jährige die Vorwürfe gegen ihn. Der Mann aus der ASTEG-Region soll seine fünfjährige Tochter so fest in den linken Oberarm gebissen haben, dass ein Bluterguss zurückblieb.

Nachdem die Mutter die Tochter im Spital untersuchen hat lassen, folgte eine Anzeige sowie ein Betretungsverbot gegen den Mann. Zu den Fotos des Blutergusses sagt er vor dem Zwettler Bezirksgericht: „Das sieht für mich nicht nach einem Biss aus. Ich habe schiefe Zähne, das wäre ein anderes Verletzungsmuster.“

Die Eltern lebten zuletzt gemeinsam in einem Haus, das Verhältnis war aber zerrüttet: „Sobald ich heimgekommen bin, habe ich mich seit Oktober in mein Zimmer eingesperrt, damit es zu keinen Konflikten kommt“, erklärt der Vater. Zur Tochter sei das Verhältnis gut gewesen, verweist der Mann auf ein „Hasenspiel“: „Wir haben oft ‚Knabbern‘ gespielt, ich würde sie aber nie verletzen. Das war mit den Lippen, nie mit den Zähnen.“

Mutter hielt Verletzungen fest

Vor der Polizei hat die Fünfjährige ausgesagt, dass sie ihr Vater gebissen habe. Auch in den Po soll er sie schon einmal gebissen haben. Das bestätigt auch die Mutter vor Gericht, die beide Male die Wunden fotografiert hat: „Zuerst dachte ich, meine Tochter hat sich angemalt.“ Nach Beratungen in mehreren Kinderschutzeinrichtungen ließ sie Vater und Tochter nicht mehr unbeaufsichtigt spielen: „Ich möchte dem Angeklagten nichts reinwürgen, sondern nur, dass der Albtraum für mein Kind aufhört.“ So würde der Vater immer wieder unbewusst beißen und schnappen: „Er spürt dann nicht, wie fest das ist“, sagt die Mutter.

Woher die Verletzung stammt und ob es tatsächlich ein Biss war, bleibt unklar: Der Richter vertagt die Sitzung und lässt ein medizinisches Gutachten erstellen.