Lukas Schlosser: Lernen, zu entspannen

Mit seinem Angebot will Lukas Schlosser aus Rudmanns helfen, Stress vorzubeugen.

Anna  Hohenbichler
Anna Hohenbichler Erstellt am 25. September 2021 | 07:39
440_0008_8176977_zwe37schlosser.jpg
Lukas Schlosser bietet in Zwettl Kurse zu Achtsamkeitsübungen an.
Foto: privat

Ruhe, ein angenehmer Platz, weit und breit keine Ablenkung. Es ist Zeit zum Entspannen. So ganz will das aber nicht gelingen, die Gedanken driften immer wieder ab, Sorgen kommen auf. Mit der Entspannung ist es vorbei. Das muss nicht so sein, findet Lukas Schlosser aus Rudmanns.

Er ist zertifizierter MBSR-Trainer und hat im Frühjahr seinen ersten Kurs zum Thema „Stressbewältigung durch Achtsamkeit“ in Kooperation mit der Volkshochschule Zwettl erfolgreich abgehalten. MBSR, das bedeutet: „Mindfulness-Based Stress Reduction“. Ab Ende September bietet er in Zwettl Kurse an, will den Teilnehmern mit Achtsamkeitsübungen zu einem entspannteren Alltag verhelfen. „Achtsamkeit ist momentan ein sehr bekannter Begriff, dahinter verbirgt sich auch sehr viel“, sagt er. Der NÖN hat er erklärt, was tatsächlich dahinter steckt.

Anzeige

„Selbst-Regulieren-Können ist für die momentane Situation ganz wichtig.“ Lukas Schlosser

Seine Aufmerksamkeit bewusst lenken

„Wenn ich heute an etwas Unangenehmes von morgen denke, kann es mich heute schon in schlechte Stimmung versetzen“, sagt Schlosser. Man tendiere dazu, negative Dinge zu groß werden zu lassen. Achtsamkeitsübungen können in Ruhe genauso wie in Bewegung stattfinden. „Sie helfen dabei, die Aufmerksamkeit im gegenwärtigen Moment zu halten“, erklärt er. Denn der Mensch habe schließlich die Möglichkeit, seine Aufmerksamkeit bewusst zu lenken. Ziel der Achtsamkeitsübungen ist auch, diese Entscheidungsfreiheit überhaupt erst bewusst zu machen. In den Gruppeneinheiten werden die Übungen eintrainiert, im stressigen Alltag sollen sie dann abgerufen werden können: „Es geht nicht darum, besonders schön meditieren zu können, sondern es im Alltag als Ressource einzubauen“, sagt Lukas Schlosser.

Eigener Stress führte zu neuen Möglichkeiten

Lukas Schlosser hat an der KPH Wien/Krems die Ausbildung „Achtsamkeit in Bildung, Beratung und Gesundheitswesen“ absolviert und danach den MBSR-Trainer draufgesetzt. Durch seine eigene Lebensgeschichte ist er überhaupt erst auf diesen Bereich aufmerksam geworden: „Ich war selbst ein Stress-Junkie, habe den Körper komplett überfordert“, erinnert er sich. Irgendwann habe es auch körperliche Warnsignale gegeben, es war Zeit für eine Veränderung.

Die regelmäßigen Übungen sollen Gelassenheit trainieren, das Gehirn in Stresssituationen anders reagieren lassen, die „Denkmaschine“ – wie es Lukas Schlosser nennt – sogar etwas beruhigen, erklärt er. Schließlich gehe es auch ums Kennenlernen der eigenen Person. Ganz schön viel Psychologie, oder? Achtsamkeitsübungen seien in ersten Linie Prävention für psychische Erkrankungen, oder höchstens Ergänzung zu Therapien. Als Ersatz dafür seien sie nicht zu verstehen, sagt er.

Covid erschwert die Organisation

Als Trainer arbeitet Lukas Schlosser auch mit Unternehmen zusammen. Das Programm eigne sich für Meditations-Anfänger genauso wie für Fortgeschrittene. Die Übungen sind grundsätzlich für Gruppen gedacht. Wobei: Die Organisation der Kurse sei durch die Covid-Pandemie erschwert, gleichzeitig sieht er Corona-bedingt besonders hohen Bedarf für das Angebot: „Ich denke, dass dieses Selbst-Regulieren-Können für die momentane Situation ganz wichtig ist.“