Bürgerinitiative macht mobil

Bei einer Veranstaltung zum geplanten Windpark in Sallingberg wurde über das Projekt informiert und im Anschluss sachlich diskutiert.

Erstellt am 11. August 2015 | 09:13
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
ottenschlag_wind.jpg
Foto: NOEN, Brigitte Lassmann-Moser

Nachdem derzeit um elektrizitätsrechtliche Bewilligung für den geplanten Windpark in der Gemeinde Sallingberg eingereicht ist, lud die Bürgerinitiative „Unser Lebensmittelpunkt“ am Samstagabend, 8. August, zu einer Informationsveranstaltung ins Gasthaus Huber nach Rappoltschlag ein.

Man habe um eine Diskussion und Einblick in den Gestattungsvertrag gebeten und den Gemeinderat ersucht, die Flächenumwidmung nicht durchzuführen. Da nichts davon Gehör gefunden habe, wurde nun zu dieser Info-Veranstaltung eingeladen, wie Christoph Terrer, einer der vier Sprecher der Bürgerinitiative, erklärte. An der Veranstaltung nahmen aber weder Vertreter der Gemeinde Sallingberg noch der Nachbargemeinde Waldhausen teil. Geplant sind sechs Windräder mit einer Gesamthöhe von je 200 Metern und einer Leistung von 19,8 Megawatt (erst aber 20 MW ist eine Umweltverträglichkeitsprüfung notwendig).

„Es geht um die Zukunft unserer Heimat!“
Bürgerinitiative „Unser Lebensmittelpunkt“

Einleitend wurde eine TV-Dokumentation über Windkraft in Deutschland gezeigt, dann hielt der Allgemeinmediziner Universitätsprofessor Manfred Maier einen Vortrag zum Thema „In fraschall“. „Ich will sie nicht verängstigen, will nicht bagatellisieren, sondern sachlich informieren“, so Maier. Sein Fazit: „Windkraftanlagen sollten erst dann bewilligt werden, wenn gesundheitliche Schäden mit Sicherheit auszuschließen sind!“

Günther Maier, Sprecher der Bürgerinitiative „Unsere Heimat“ in Großgöttfritz, gab Tipps und riet den Sallingbergern: „Nicht unterkriegen lassen!“. Irmgard Kittel, Anrainerin des Windparks Pottenbrunn, berichtete von ihren Erfahrungen, und Christoph Terrer wiederum appellierte an die Betroffenen, unbedingt ihre Stellungnahme zum E-rechtlichen Verfahren abzugeben. „Das ist deshalb so wichtig, da man nur dann eine Einladung bekommt, beim Verfahren dabei zu sein.“ Um Hilfestellung bei den Stellungnahmen zu geben, wird am 13. August zwischen 17 und 19 Uhr ein Bürgerbüro im ehemaligen Kaufhaus Terrer in Grainbrunn eingerichtet. Die anschließende Diskussion verlief recht sachlich. Terrers Resümee: „Ich bin zuversichtlich, dass unsere Chancen gestiegen sind, den Windpark zu verhindern!“

Benedikt Abensperg und Traun, Betreiber des Windkraft-Projektes, betont auf Anfrage der NÖN, dass er zwar informiert, aber nicht persönlich eingeladen war. Dabei sei es ihm ein Anliegen, welche Sorgen die Bevölkerung hat. „Im Rahmen dieses Projektes wird in unserer Region in modernste, umweltfreundliche Technologie investiert. Wir senken den CO-Ausstoß, schaffen Arbeitsplätze und beschäftigen bei der Errichtung lokale Betriebe“, so Abensperg und Traun.

„Und wir versuchen, mit entsprechenden Gutachten, dass es keine Beeinträchtigungen der Bevölkerung gibt.“ Dass es trotzdem Argumente gegen das Projekt gibt, müsse man zur Kenntnis nehmen. „Wir wollen aber nicht, dass Menschen in ihrer Lebensqualität beeinträchtigt werden. Ich selber lebe mit meiner Familie unmittelbar in der Nähe eines Windparks und bin überzeugt, dass ich keinen Schaden durch Schattenwurf oder Infraschall erleide.“