Gemeindezusammenlegung: „Es war eine echte Zwangsehe“. Franz Schierhuber war in Sallingberg Gemeinderat. „Der Druck des Landes war groß“.

Von Karin Pollak. Erstellt am 21. April 2021 (03:55)
Franz Schierhuber
Franz Schierhuber ist froh, dass die Gemeinde Sallingberg eine Großgemeinde geworden ist.
privat

Der heute 78-jährige Franz Schierhuber aus Sallingberg war bei der Gemeindezusammenlegung Gemeinderat in Sallingberg und übte auch in der neuen Großgemeinde dieses Amt aus. Der ehemalige Vizebürgermeister, engagierte Vereinsfunktionär und Zimmervermieter „Damals war das keine Liebesehe, sondern eine Zwangsehe. Es hat lange gedauert, bis es in der Großgemeinde eine Harmonie gegeben hat, aber allmählich haben die Menschen zusammengefunden“, meint Franz Schierhuber.

Der Zusammenschluss mit Voitschlag sei problemlos über die Bühne gegangen, mit einigen anderen „Anschlussgemeinden“ gab es dafür starke Turbulenzen: „Da hat es ziemliche Auseinandersetzungen, verschiedene Meinungen und Strömungen gegeben. Es gab halt so manches Prestige-Denken.“ Auch der Name „Großgemeinde Sallingberg“ hat damals so manchen Personen sauer aufgestoßen. Einigen wäre lieber „Grainbrunn“ gewesen. Dieser Ort stellte sich gegen den Zusammenschluss, um seine Schule erhalten zu können. Später wurde diese wegen zu niedrigen Schülerzahlen geschlossen, aus dem Schulgebäude wurde ein Behindertenzentrum. Dass es auf einmal zwei Pfarren in einer Gemeinde gegeben hat, brachte ebenfalls einiges Konfliktpotential. „Heute sind es sogar drei Pfarren in einem Pfarrverband, und das funktioniert sehr gut.“

Richtige Maßnahme auch für die Zukunft

„Es brauchte mehrere Bürgerversammlungen und letztendlich einen massiven Druck seitens der Landesregierung, damit die Großgemeinde realisiert werden konnte“, weiß Schierhuber. Der Großteil der Bevölkerung habe die Gemeindezusammenlegung mitgetragen, die „eine vollkommen richtige Maßnahme in der damaligen Zeit war“. Denn: „Die Gemeindeverwaltung wurde aufwendiger, die nötige Infrastruktur auch nur zentral zu schaffen. Jede Reform bringt Veränderungen, auch Positionen gingen verloren, aber es ist gut, wie es ist.“ Für Franz Schierhuber ist jetzt nur wichtig „dass unsere Großgemeinde gut funktioniert, vieles umgesetzt wird und es - großteils - einen Zusammenhalt gibt.“

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