Kabarettistin Lydia Prenner-Kasper begeisterte doppelt. Lydia Prenner-Kasper begeisterte in Sallingberg zweimal hintereinander – mit großem Erfolg.

Von Reinhard Hofbauer. Erstellt am 01. Juni 2021 (12:15)
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„Wos da wö“-Obmann Andreas Enne mit Lydia Prenner-Kasper und den Vereinsmitgliedern Cornelia Binder und Tanja Trinkl (von links).
Reinhard Hofbauer, Reinhard Hofbauer

Der Sallingberger Kulturverein „wos da wö“ konnte nun endlich die Kabarettistin Lydia Prenner-Kasper auf der Kulturbühne im Pfarrstadl auftreten lassen.

Ihr Gastspiel wäre schon im Mai 2020 geplant gewesen und wurde dann wegen Corona vergeblich auf September verschoben. Für den 29. Mai wurde das ursprünglich geplante Programm „Krötenwanderung“ nun auf „Salon Lydia“ geändert. Die Veranstaltung war bereits 2020 ausverkauft, und die etwa 200 Karten behielten ihre Gültigkeit. Die Corona-Maßnahmen stellten die Veranstalter vor eine große Herausforderung, die aber mustergültig gemeistert wurden. Die Besucher wurden auf zwei Vorstellungen – um 18 und 20 Uhr – aufgeteilt. Alle Kartenbesitzer mussten daher dem Verein per Mail Bescheid geben und ihre Daten bekannt geben. Danach wurde nach den vorgeschriebenen Abstandsregeln ein Sitzplan erstellt und ein neuer Ausgang geschaffen.

Vom Wehenschmerz bis zur Corona-Stille

„Mein Mann und ich haben keine Dates mehr, nur mehr Briefings.“ Lydia Prenner-Kaspar

Lydia Prenner-Kasper philosophierte über die Grotesken des Lebens, über die Sonnen- und vielen Schattenseiten ihres eigenen Schicksals. Emotionsgeladen erzählte sie von der oft mühsamen Zeit mit ihren drei kleinen Kindern, was in der Frage gipfelte: „Woher kommt diese Mär, dass es so schön ist mit Kindern?“ Aber schließlich „kommt später die Dankbarkeit, dass dieser Scheiß vorbei ist“. Ihre anstrengenden Schwangerschaften und die Geburten im Kreißsaal wurden mit treffender Mimik und Gestik beschrieben.

Sehr witzig waren ihre Schilderungen von der „Spielplatzgesellschaft“ und den Reaktionen ihres Gatten, als die Töchter den ersten Freund nach Hause brachten. Aber man hat eben „Rollen, die man mit Kindern zu erfüllen hat, und sollte dazu noch eine liebende Partnerin sein“.

Im weiteren Programm ging sie auf ihr Eheleben mit gewissen Beziehungsproblemen ein: „Mein Mann und ich haben keine Dates mehr, nur mehr Briefings. Für die schönen Dinge des Lebens ist keine Zeit mehr.“

Natürlich kamen auch die Erfahrungen im Corona-Lockdown zur Sprache, wenn plötzlich in der neuen Stille einiges anders ist, wie das Verhalten beim Essen und sogar das gegenseitige Anschauen. „Bei einer langjährigen Ehe ist es ein Dienst am anderen, wenn man ihn in Ruhe lässt.“

Einer der Höhepunkte war schließlich Lydias Schilderung von ihrer Schwiegermutter aus Friesland mit deren Sprachproblemen, die irgendwann den Beinamen „Kröten-Oma“ erhielt, und ihrer Mutter, der „Bsuff-Oma“. Naturgemäß können sich die beiden nicht leiden.