Wirbel um den Windpark

Gegner werfen Gemeinde fehlende Transparenz vor. Bürgermeister kontert.

Erstellt am 08. Juli 2020 | 05:48
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So können laut der Planungsfirma Profes die Windräder aussehen.
Foto: F: privat

Die NÖN-Berichterstattung zum geplanten Windkraft-Projekt brachte reichlich Gegenwind. Wie in der Vorwoche berichtet, soll bei Sallingberg ein Windpark mit sechs Windrädern bis 2022 umgesetzt werden. Das Projekt war genehmigt, jetzt läuft eine neue Prüfung über einen moderneren, größeren Anlagentyp.

Projekt-Gegnerin: „Gab nie Informationen.“

„Diesen noch größeren Windpark in dieser Lage zu bauen ist der größte Schwachsinn. Wir sind nicht gegen Windkraft, aber hier hat das nichts verloren“, tobt Maria Dirmüller aus Grainbrunn. Seit sechs Jahren protestiert sie und andere Bürger gegen die Pläne. Sie kritisiert: „Es gab seitens der Gemeinde keinen Informationsfluss über die neuen Anlagen. Wir haben gedacht, das Projekt ist gestorben.“ Bürgermeister Leopold Bock kontert auf NÖN-Nachfrage: „Die Gegner konnten sich seit Tag eins darüber informieren. Die Betreiber haben vor über zwei Wochen in einem Postwurf darüber ausgeschrieben.“

Mehrheit der Bevölkerung für Windkraft.

Dirmüller kritisiert außerdem, dass der Bürgermeister „kurzsichtig“ handle: „Für ein paar 1.000 Euro Mehrertrag im Jahr kann er nicht alles einem Großgrundbesitzer in den Rachen werfen und über die Bürger drüberfahren.“

Bock lässt das Argument nicht gelten, so hätten sich stets 80 Prozent der Bevölkerung für den Windpark ausgesprochen: „Also die klare Mehrheit.“ Der Park soll Mehreinnamen für die Gemeinde über 20.000 Euro jährlich bringen. Außerdem investiere der Betreiber Geld im Voraus für wichtige Gemeindeprojekte, etwa für Glasfaser. Bock nennt eine Gesamtsumme von 500.000 Euro und sagt zur Debatte: „Wir wollen keine Hitze, sondern ausgeglichene Temperatur.“

Windpark soll kommen – so oder so.

Während Dirmüller negative gesundheitliche Auswirkungen der Windräder sowie Wertverluste der Liegenschaften ins Treffen führt, argumentieren Projektbefürworter wie die IG Windkraft seit Jahren für den Umstieg auf die erneuerbare Energie Wind. Bis 9. Juli läuft noch eine Einspruchsfrist beim Land Niederösterreich über die Neugenehmigung. Kippt das Projekt, sollten die neuen, größeren Anlagen nicht genehmigt werden? Von Betreiberseite kommt ein klares Nein: „Wir halten weiter daran fest. Sollten die moderneren Anlagen nicht genehmigt werden, wird der Windpark in der bereits rechtskräftig genehmigten Form umgesetzt.“