Allentsteig: Steht das Jugendheim vor der Auflösung?. Bürgermeister und Landesrat bestätigen auf Anfrage der NÖN Gespräche über mögliche Nachnutzung.

Von René Denk. Erstellt am 16. März 2017 (09:58)
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Gibt es das Landesjugendheim Allentsteig bald nicht mehr? Landesrat Maurice Androsch bestätigt jedenfalls wie Bürgermeister Koppensteiner Gespräche über eine mögliche Nachnutzung des Areals.
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Standortdebatten werden in Allentsteig derzeit großgeschrieben: Nicht nur über einen möglichen neuen Gefängnisstandort am Truppenübungsplatz (TÜPl) munkelt man, sondern auch das Landesjugendheim Allentsteig steht derzeit im Fokus von Auflösungsgerüchten.

Bürgermeister Jürgen Koppensteiner (ÖVP) bestätigt auf NÖN-Nachfrage Gespräche zwischen Land und der Stadtgemeinde über die weitere Nutzung des rund zehn Hektar großen Areals sowie der Gebäude des Landesjugendheimes. „Betreffend Jugendbetreuung und Landesjugendheime gibt es neue Ideen, wie die Zukunft der Betreuung aussehen soll.

Es geht einfach darum: Sollte es zu einer Schließung kommen, soll es auch ein entsprechendes Nachfolgeprojekt am Standort geben“, erklärt der Stadtchef. Die Gespräche zwischen Land und Stadtgemeinde sind im Laufen, derzeit sei aber noch alles offen.

Moderne Kinder- und Jugendhilfe braucht zeitgemäße Angebote

Soziallandesrat Maurice Androsch (SPÖ) erklärt gegenüber der NÖN, dass moderne Kinder- und Jugendhilfe auch zeitgemäße Angebote brauche. „Um den Schutz und die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auch gewährleisten zu können, stellte ich im Jahr 2013 als verantwortliches Mitglied der Landesregierung die ehemalige Jugendwohlfahrt legistisch auf neue Beine“, so Androsch.

Beim neuen konzeptionellen Zugang müssen die individuellen Bedürfnisse der Kinder und Jugendlichen sowie auch die familiären Wünsche anhand des regionalen Bedarfs Berücksichtigung finden. „Als Konsequenz daraus wird künftig von Großheimen Abstand genommen und die Betreuung in kleineren Einheiten vorgenommen“, erklärt der Landesrat.

Vor dem Hintergrund der neuen Ausrichtung stehe man mit den Vertretern der Stadtgemeinde in engem Kontakt. „Es wurden gute Gespräche geführt, aus denen sich bereits der eine oder andere vielversprechende Ansatz erkennen ließ“, meint Androsch. Dem Vernehmen nach soll in diesem Bereich aber keinesfalls vor 2018 etwas passieren.

Wenn das Jugendheim auf kleinere Einheiten aufgeteilt werden soll, steht auch die Zukunft des Standortes der Landesschule, die sich dort ebenfalls befindet, in Frage. „Solange nicht wirklich feststeht, welche Maßnahmen beim Landesjugendheim getroffen werden, solange kann man auch nichts über die Zukunft der Sonderschule sagen“, erklärt Marion Gabler-Söllner von der Abteilung Schulen und Kindergärten der Landesregierung.

Entscheidungen nur über einen langfristigen Zeitraum

Sollte sich etwas bei den Landesjugendheimen ändern, müsse man sich generell alle Niederösterreichischen Heime ansehen. „Ad hoc werden hier keine Entscheidungen getroffen, wenn, dann wird das über einen langfristigen Zeitraum passieren“, so Gabler-Söllner, die auch betont, dass bisher auch noch keine Veränderungen angedacht wurden.

Es gäbe dazu auch noch keine Veranlassung. Eines sei klar: Auch in Zukunft müsse die Sonderschule ihre Schüler auf „das Leben da draußen“ bestmöglich vorbereiten und ihnen erforderliche Hilfen zur Seite zu stellen.

NOEN

Die Sonderschulen haben im Land Niederösterreich eine Sonderstellung und sind nicht gemeindebezogen. Es gibt hier nur den einen „Schulsprengel Niederösterreich“.

Gerüchten zufolge könnte das große Areal für die Schaffung eines neuen Gefängnisses herangezogen werden. Koppensteiner: „Davon habe ich noch nie gehört. Diese Option halte ich aber für komplett unrealistisch.“ Landesrat Androsch: „In diese Überlegungen wurde eine Justizanstalt nicht miteinbezogen. Ein Gefängnis in Allentsteig kommt für mich auf keinen Fall infrage.“