Bezirk Zwettl: Winterdienst fast durchgehend im Einsatz. Die Straßenmeistereien haben zahlreiche Kilometer zu betreuen. Bei Schneefall oder Windverwehungen kommen Beschwerden schon mal vor.

Von Karin Pollak. Erstellt am 04. Februar 2021 (04:24)
Viel Schnee mussten die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Groß Gerungs von den Straßen räumen.
Straßenmeisterei Groß Gerungs

Während sich viele über die tiefen Temperaturen und den relativ vielen Schnee freuen, müssen die Mitarbeiter der vier im Bezirk Zwettl zuständigen Straßenmeistereien ihre Ärmel hochkrempeln. Fast rund um die Uhr sind sie mit ihren Winterdienstfahrzeugen unterwegs. Auch der Winterdienst im Zwettler Stadtgebiet war fordernd. Trotzdem gibt es immer wieder Kritik wegen nicht geräumter Straßen und das vermehrt in den sozialen Medien.

Oft fehlt Hintergrundinformation 

„Ich schaue in kein Facebook, Twitter & Co., daher habe ich auch kein Problem mit diesen Postings. In unserer Dienststelle direkt gibt es fast keine Beschwerden“, betont Straßenmeister Gilbert Schulmeister von der Straßenmeisterei Zwettl. Meist könne man Beschwerden „ausreden“. „Da kommt es vor, dass sich Beschwerdeführer für ihre Kritik sogar entschuldigen, wenn man die Sachlage genau erklärt. Natürlich entschuldige ich mich, wenn die Beschwerde gerechtfertigt ist“, zeigt Schulmeister auf.

2,5 Stunden Umlaufzeit

Seine Mitarbeiter waren in den letzten Wochen sehr gefordert. Besonders der 26. und 27. Jänner habe mit extremen Schneefällen und starken Wind für Extremsituationen auf den Straßen geführt. „Bei so einer Wetterkonstellation schauen wir vermehrt auf die Hauptverkehrsachsen, aber gewährleisten, dass diese immer perfekt geräumt sind, können wir nicht. Die Umlaufzeit unserer Einsatzfahrzeuge beträgt bis zu 2,5 Stunden und in dieser Zeit kann schon wieder eine ziemliche Schneedecke entstehen.

In den vergangenen Wochen waren die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Zwettl mit ihren Schneepflügen fast rund um die Uhr im Einsatz.
Straßenmeisterei Zwettl

Wir müssen uns um ein 246 Kilometer langes Straßennetz kümmern“, erklärt Schulmeister, der bei solchen Wetterkapriolen natürlich alle elf Fahrzeuge in Einsatz schickt. Diese drehen ihre Runden vom Stausee bis Merzenstein bzw. Rappottenstein und von Grainbrunn bis Mannshalm. Am 26. Jänner standen die Mitarbeiter bis 22.30 Uhr im Einsatz, am 27. Jänner starteten sie wieder um drei Uhr früh.

40 Zentimeter Schnee in Bärnkopf

Das taten auch die Kollegen von der Straßenmeisterei Groß Gerungs, die auch die Bergstücke zwischen Groß Gerungs und Arbesbach sowie in Richtung Bärnkopf zu betreuen haben. „Auf vielen dieser Bergstrecken dürfen wir kein Salz verwenden, das Verkehrsaufkommen ist hier zu gering“, erklärt Straßenmeister Berhard Steininger. Mit den fünf eigenen Fahrzeugen und den fünf Frächtern betreuen die Groß Gerungser Straßenmeisterei-Mitarbeiter rund 220 Straßenkilometer. Dieses Gebiet erstreckt sich von Merzenstein bis Karlstift, von Schroffen bis zur oberösterreichischen Grenze und bis nach Bärnkopf. „Das liegt auf 1.000 Meter und derzeit gibt es hier 40 Zentimeter Schnee“, berichtet Steininger, der mit äußerst wenigen Beschwerden zu tun hat.

Wind immer ein Problem 

Mit vielen Schneeverwehungen hat die Mannschaft der Straßenmeisterei Allentsteig zu kämpfen. „Vor allem die B2 ist immer wieder davon betroffen, besonders der Brunner Berg und der Berg bei Schwarzenau. Auf den vielen exponierten Lagen weht der Wind oft sehr heftig“, berichtet Straßenmeister Christoph Berger. Hauptaugenmerk werde hier auf die Busverbindungen gelegt: „Die Fahrpläne müssen ja eingehalten werden.“

Der Kleintraktor, der jetzt zur Schneeräumung auf den Gehsteigen verwendet wird, wurde von der Stadtgemeinde Zwettl angekauft. Im Bild: Gerald Knödlstorfer, Josef Zottl, am Schneeräumgerät Markus Gundacker undOswin Kammerer (von links).
Franz Pfeffer

In der Nacht auf 27. Jänner kamen zu Schnee und Wind auch noch zwei heftige Wintergewitter dazu, die sich gegen 18 und 21 Uhr entlang der B2 ausgetobt hätten. „Innerhalb kurzer Zeit lagen bis zu 25 Zentimeter Schnee. Unsere Fahrzeuge waren teilweise die ganze Nacht hindurch im Einsatz.“ Das Einsatzgebiet dieser Straßenmeisterei beläuft sich auf rund 250 Kilometer.

Über ein Meter hohe Schneewechten 

Die Schneeverwehungen sind auch bei der Straßenmeisterei Ottenschlag ein großes Thema. „Bei uns gibt es keine Anstiege oder Berge, dafür ein Hochplatteau mit besonders viel Wind“, zeigt Straßenmeister-Stellvertreter Alfred Glaser auf. Und diese Schneewechten können durchaus über einen Meter hoch sein. Dann kommt die sogenannte „Schneeschleuder“ in Einsatz, die ähnlich einer Schneefräse arbeitet. In den vergangenen Wochen seien alle verfügbaren Fahrzeuge für den Winterdienst eingesetzt gewesen – also acht Lkw und zwei Unimogs. „Es gibt sehr wenige Beschwerden und die sich melden, die kennt man“, meint Glaser.

54 Ortschaften zu betreuen

Die Bauhofmitarbeiter der Stadtgemeinde Zwettl, des Maschinenringes und anderen Firmen, die in der Stadt Zwettl und den 54 bewohnten Ortsgebieten rundherum für den Winterdienst sorgen, sind gefordert gewesen. „Wir hatten natürlich schon viel extremere Winter, aber heuer ist die Schneemenge doch viel höher als in den vergangenen Jahren“, betont der Leiter des Bauhofes Zwettl, Oswin Kammerer. Die Gemeindestraßen zwischen den Ortschaften und auch Güterwege werden geräumt, nicht zu vergessen die Gehsteige. Hauptaugenmerk wird auch hier auf die Hauptverbindungen gelegt und die Bergstücke, damit Schüler ungehindert zur Schule kommen. Die Mitarbeiter seien in Bereitschaftsdienste eingeteilt und werden meist schon in der Nacht in Einsatz geschickt. „Da kommt es schon vor, dass Beschwerden über noch nicht geräumte Straßenstücke hereinkommen, obwohl der Schneepflug schon sehr früh dort war und es weiter geschneit hat.“

Winter dauert noch lange 

Mit dem Regen und den steigenden Temperaturen ab 28. Jänner entspannte sich einmal die Lage auf den Straßen. Die Schneepflüge mussten trotzdem ausrücken, um den Schneematsch zu beseitigen. „Der Winter dauert noch lange, nächste Woche soll es wieder schneien“, betont Straßenmeister Christoph Berger.