Biergwölb wird zu Whisky-Mekka. Der deutsche Whisky-Händler Klaus Pinkernell übernimmt mit 2021 das Schönbacher Biergwölb. Gebraut wird auch weiterhin.

Von Markus Füxl. Erstellt am 19. August 2020 (05:55)
Maria Pichler übergibt das Biergwölb an Klaus Pinkernell. Neben dem Schönbacher Pils soll es dort auch in Zukunft eine breite Whisky-Palette geben. Bei einem NÖN-Besuch zeigte Pinkernell „einen kleinen Teil der Reiseapotheke.“
Markus Füxl

Seit März suchten Maria und Hannes Pichler einen Nachfolger für das Biergwölb und die Pfarrhofbrauerei. Das Ziel, bis Jahresende einen Pächter zu finden, wurde jetzt frühzeitig erreicht.

2006 fing das Ehepaar aus Selbitz mit dem Bierbrauen an. Ein Jahr später eröffneten sie das Biergwölb im ehemaligen Hieronymitanerkloster, wo es neben dem Schönbacher Bier auch Heurigen-Speisen gibt. Ans Aufhören dachten die beiden schon vor Corona: „Das haben wir uns schon seit längerem gut überlegt. Für uns ist die Zeit für Veränderungen gekommen. Wir wollen einfach unser Leben verändern“, erklärt Hannes Pichler.

Neuer Pächter ist kein Unbekannter

Neuer Betreiber wird der 58-jährige Klaus Pinkernell. Der gebürtige Duisburger wohnt seit 25 Jahren in Berlin. In Schönbach ist er aber kein Unbekannter: Seit zehn Jahren kommt er zum Chorseminar. Dort ist er Teilnehmer und Förderer. „Das besondere bei Klaus ist, dass er bei den Tönen besonders tief runterkommt“, erklärt Hannes Pichler, der den Sänger schon mehrmals live erlebt hat.

Regulärer Betrieb startet im März 2021

Auf einer guten Note möchte Pinkernell das Biergwölb ab 2021 weiterführen: „Ich möchte in die Fußstapfen treten und alles so weiterführen, wie bisher. Es soll ja nicht der Piefke kommen, und alles anders machen.“ So sollen alle Veranstaltungen wie bisher im Biergwölb stattfinden, auch private Feiern wird Pinkernell bereits ab Jänner annehmen. Der Betrieb läuft heuer normal weiter. Ab 2021 möchte Pinkernell dann die Öffnungstage im Jahr – aktuell sind es ungefähr 60 – vorsichtig erhöhen.

Neu möchte der 58-Jährige eine breite Auswahl an Whiskys bieten. Seit 16 Jahren führt er in Berlin einen Whisky-Handel mit über 700 Sorten. Vor sieben Jahren eröffnete er einen weiteren Standort in Salzburg. „Auf die Idee für Österreich bin ich in Schönbach gekommen. Der Kreis schließt sich damit“, sagt Pinkernell lachend. Sein Netzwerk möchte er nutzen, um in Schönbach ab 2021 eine der größten Whisky-Auswahlen in Österreich zu bieten. Darüber hinaus soll es auch Verkostungen geben. „Damit möchte ich national, aber längerfristig vor allem auch international Leute nach Schönbach holen“, sagt Pinkernell. Er selbst hat bereits eine Unterkunft gefunden und wird regelmäßig pendeln.

Die Whisky-Palette soll eine Ergänzung zum regulären Angebot sein. So wird auch weiterhin das Schönbacher Pils aus den Zapfhähnen laufen. Pinkernell überlegt sogar, ein zweites und drittes Saisonbier anzubieten.

Aufmerksam auf die Pächter-Suche der Pichlers wurde der gebürtige Duisburger über einen NÖN-Artikel. „Ich habe mit großem Schrecken davon erfahren, dass das Biergwölb geschlossen wird.“ Der Gedanke, die beliebte Gaststätte zu übernehmen, reifte langsam heran. Am Wochenende wurden jetzt die Verträge unterschrieben.

Pichler: „Übergang ist nahtlos.“

Aus der jährlichen Urlaubswoche in Schönbach wurde jetzt eine neue berufliche Herausforderung für den Whiskyhändler. Wer ihn vor Ort unterstützen wird, möchte er im Oktober klären: „Ich werde gezielt auf die Leute zugehen, die auch bisher mitgeholfen haben“, sagt er. So soll Maria Pichler weiter in einem Beschäftigungsverhältnis stehen.

Die bisherigen Betreiber freuen sich, mit Pinkernell einen Nachfolger gefunden zu haben: „Der Betrieb wird nahtlos übergehen“, sagt Hannes Pichler.