Dorferneuerung: Brainstorming für Projekte. Umfrage brachte in Schönbach die wichtigsten Themenfelder für kommende Projekte hervor. Fahrgemeinschaften, Kinderspielplatz und Glasfaser waren wichtige Wünsche.

Von Reinhard Hofbauer. Erstellt am 01. August 2020 (06:11)
Die Verantwortlichen beim Dorferneuerungs-Treffen in Schönbach: Bürgermeister Ewald Fröschl, Dorferneuerungs-Betreuer Paul Schachenhofer, Obmann Willibald Kolm, sein Stellvertreter Rainer Strondl und „zuHaus im Waldviertel“-Initiator Peter Keller (von links).
Reinhard Hofbauer

Der Verein für Dorferneuerung und Tourismus und die Marktgemeinde Schönbach luden am 24. Juli ins Gasthaus Lindenstüberl ein, um einen gemeinsamen Blick auf „unser Schönbach 2030“ zu werfen. Die Dorferneuerung Schönbach ist seit 1. Juli wieder in der aktiven Förderphase, daher können Projekte zur Entwicklung der Gemeinde nun wieder leichter realisiert und vom Land unterstützt werden.

Dorferneuerungs-Obmann und Vizebürgermeister Willibald Kolm begrüßte die vielen Interessierten zum zweiten Workshop und erklärte, dass der erste Workshop im März geplant gewesen wäre, jedoch Corona-bedingt abgesagt werden musste. Stattdessen hatte der langjährige Dorferneuerungs-Betreuer Paul Schachenhofer eine Online-Umfrage ausgearbeitet. Kolm berichtete, dass bereits 1993 die erste Dorferneuerungs-Sitzung stattgefunden hatte und es damals schon viele Projekte und Aktivitäten gegeben hatte.

Bürgermeister Ewald Fröschl nannte einige erfolgreiche Projekte aus 27 Jahren Dorferneuerung, wie die Gestaltung von Kirchenplatz, Ortskern und Klosterhof. Der Wiedereinstieg sei jetzt eine neue Chance, aber es brauche dafür „eine gewisse Ehrenamtlichkeit und Leute, die vorangehen“. Für ihn sei wichtig: „Womit verbindet man unser Schönbach – mit Kriecherl, Jazz und Chor, Korbgarten und Schönbacher Pils.“

Umfrage zeigte Prioritäten auf

Paul Schachenhofer präsentierte das Ergebnis der Umfrage unter allen Gemeinderäten und Vereinsobleuten mit der Fragestellung „Wo liegen unsere Prioritäten“. Abgefragt wurden fünf Themenbereiche: „Wirtschaft“, „Soziales Leben“ und „Siedeln–Bauen–Wohnen“ erreichten sehr große Befürwortung, gefolgt von „Bildung–Kultur–Freizeit“, „Mobilität–technische Infrastruktur“ und „Umwelt–erneuerbare Energie“.

Peter Keller vom Verein „zuHaus im Waldviertel“ übergab an Bürgermeister Ewald Fröschl ein rechtsverbindliches Kaufangebot für ein Grundstück in der Gemeinde von zwei Personen, die an diese Initiative für den Zuzug von Leuten ins Waldviertel herangetreten waren.

Danach eröffnete Paul Schachenhofer den Workshop, aufgeteilt auf fünf Arbeitsgruppen, die anschließend ihre Ergebnisse anhand von Flipchart-Blättern präsentierten. Für die Bereiche „Mobilität—technische Infrastruktur“ und „Umwelt–erneuerbare Energie“ nannte Herbert Grain als wichtigste Projekte: Fahrgemeinschaften für Senioren, einen digitalen Veranstaltungskalender sowie eine Förderung für E-Autos, E-Bikes, Solar- und Pholtovoltaikanlagen. Dorferneuerungs-Obmannstellvertreter Rainer Strondl präsentierte das Ergebnis der Arbeitsgruppe „Siedeln–Bauen–Wohnen“, mit Vorschlägen für den Schönbacher Teich und die Nutzung der ehemaligen Gasthäuser für betreutes Wohnen oder als Pilgerherberge. Der Bereich „Soziales Leben“ wurde vorgestellt von Gemeinderätin Helene Strohmayer mit diesen Schwerpunkten: Kinderspielplatz sanieren, Orte als Treffpunkte forcieren und Veranstaltungen abhalten.

Konkrete Pläne bei nächstem Treffen

Franz Höfer, Obmann des Erlebnismuseumsvereins Schönbach, nannte für den Bereich „Wirtschaft“ zahlreiche Projektvorschläge: Arzt und Physiotherapie, Diesel-Tankstelle, Glasfaser, E-Bike-Verleih, Wanderführer und Erhaltung der bestehenden Wege sowie Ortsbildpflege. Den Bereich „Bildung–Kultur–Freizeit“ präsentierte Gemeinderat Werner Vogl mit etlichen Ideen: Schönbacher Kultursommer/-winter, Badeteich, Kletterwand, Vereine fördern, Medienpräsenz verbessern.

Im Anschluss an die Präsentationen folgte eine ausgiebige Diskussion über die Vorschläge. Bei der nächsten Zusammenkunft sollen konkretere Pläne für die Verwirklichung einiger Projekte besprochen werden.