Bäcker-Übernahme vorverlegt: Ort weiter versorgt. Wegen der Quarantäne von Vorbetreiber Markus Hochleitner eröffnete Walter Nitsch Bäckerei und Lebensmittelgeschäft kurzfristig ein Monat früher als geplant.

Von Karin Pollak. Erstellt am 24. Oktober 2020 (04:45)
Walter Nitsch, seine Mitarbeiterin Renate Steinmetz und die ehemalige Bäckereibetreiberin Elisabeth Görlich zeigten sich sehr flexibel und starteten mit dem neuen Nahversorger-Geschäft in Schwarzenau früher als geplant.
Fritz Schiller

Corona hat die planmäßige Übergabe der ehemaligen Bäckerei Görlich vom bisherigen Betreiber Markus Hochleitner an Walter Nitsch aus Windigsteig durcheinander gebracht.

Walter Nitsch bewies großes Engagement und viel Flexibilität. Dadurch gibt es weiterhin ein Lebensmittelgeschäft und eine Bäckerei Mitten in Schwarzenau.

Hochleitner will sich beruflich verändern

„Dass Markus Hochleitner unsere ehemalige Bäckerei mit dem Nahversorgerladen nicht mehr weiterführen will, haben wir gewusst und uns um einen Nachfolger umgesehen. Wir wollten unbedingt, dass das Geschäft weitergeht“, erzählt Elisabeth Görlich, die gemeinsam mit ihrem Gatten Karl 1984 die Bäckerei von ihren Eltern Anna und Walter Leitgeb übernommen hat.

Diese haben das Unternehmen 1960/1961 aufgebaut. Nach der Pensionierung des Ehepaares Görlich 2013 übernahm Markus Hochleitner, der sich aber jetzt beruflich verändern möchte. „Ich möchte auf gar keinen Fall mehr selbstständig sein. Was ich machen werde, ist noch nicht klar“, meint Hochleitner gegenüber der NÖN.

Seit er diesen Plan bekannt gab, setzte Elisabeth Görlich alle Hebel in Bewegung, um wieder einen Nachfolger zu finden. „Der Weg war nicht einfach, aber wir haben einen Betreiber gefunden. Ich bin jetzt sehr glücklich“, meint Görlich.

„Geschäft bekommt einen neuen Touch“

Der neue Betreiber ist Walter Nitsch aus Windigsteig, der dort seit Jänner 2018 selbst ein Nahversorger-Geschäft führt. „Eine Filiale habe ich überhaupt nicht am Schirm gehabt, aber Elisabeth Görlich hat mir diesen Floh ins Ohr gesetzt. Da Schwarzenau keinen Nahversorger hat und wir mit einer Filiale den Standort in Windigsteig absichern können, habe ich zugesagt“, betont Walter Nitsch, der auch in Windigsteig mit einer Frühstückspension im ehemaligen Kaufhaus Glockner und einem E-Bike-Verleih einen weiteren neuen Weg als Unternehmer einschlagen wird.

Die Backwaren für die neue Filiale in Schwarzenau werden von der Gmünder Bäckerei Pilz täglich frisch angeliefert, alle anderen Waren für die Nahversorgung der Schwarzenauer kommen vom „Hauptgeschäft“ in Windigsteig. „Auch das Kaffeestüberl bleibt. Es wird das gesamte Geschäft aber noch modernisiert und bekommt einen neuen Touch“, erklärt Nitsch.

Die Schwarzenauer Filiale hätte Nitsch eigentlich erst mit November übernehmen wollen, doch es kam Corona dazwischen. „Durch die Corona-Erkrankung meines Sohnes und die darauffolgende Erkrankung meiner Tochter befinde ich mich seit 27. September in Quarantäne. Diese dauert noch bis 27. Oktober. Daher habe ich mich entschlossen, gar nicht mehr das Geschäft zu öffnen“, erklärt Hochleitner.

Waren im Automaten rund um die Uhr

Dieser Umstand brachte wieder Elisabeth Görlich ins Geschehen und gemeinsam mit Walter Nitsch wurde kurzfristig die Übernahme vorverlegt.

„Am 5. Oktober habe ich von der Quarantäne meines Vorgängers erfahren und habe am 6. Oktober um sechs Uhr das Geschäft in Schwarzenau geöffnet“, betont Nitsch, dem es besonders wichtig war, vor allem den älteren Schwarzenauern eine lückenlose Nahversorgung zu gewährleisten.

Mit einer Mitarbeiterin, die er übernommen hat, und seinem Team in Windigsteig wird er das auch weiterhin tun.

„In zwei Wochen gibt es dazu auch einen Warenautomaten vor dem Geschäft, bei dem rund um die Uhr Waren gekauft werden können. Mit dem Jausengeschäft an der Bundesstraße mit dem Bauernmarkt und die Trafik in unmittelbarer Nähe und der Unterstützung der Gemeinde wird auch dieses Unternehmen gelingen“, meint Nitsch.