Johann Panzer hat seit 50 Jahre Freude am Helfen. Seit einem halben Jahrhundert engagiert sich der Schwarzenauer Johann Panzer beim Roten Kreuz. Er half bereits 6.500 Menschen. Der NÖN erzählte er von seinen Erlebnissen.

Von Angelika Koll. Erstellt am 22. Januar 2020 (04:03)
Johann Panzer feiert in dieser Woche seinen 75. Geburtstag.
: Koll

Im vergangenen Jahr konnte er 50 Jahre beim Roten Kreuz verzeichnen. Nun steht am 25. Jänner Johann Panzers 75. Geburtstag an. Daran, in den Ruhestand vom Rettungsdienst zu treten, hat er noch nie gedacht.

Es war im Jahr 1969, als Panzer aus purem Interesse in Allentsteig beim Roten Kreuz anfing. „Die Medizin hat mich immer interessiert“, erzählt er. Die Anforderungen damals seien mit den heutigen jedoch nicht zu vergleichen. Der Jubilar erwähnt: „Damals hat es noch keinen Funk oder Handy gegeben. Im Waldviertel gab es außerdem noch einen richtigen Winter.“ Dadurch ergaben sich viele schwierige Situationen. An einen Vorfall erinnert sich Panzer besonders, als beim Rettungswagen die Handbremse eingefrohren war und er um heißes Wasser laufen musste.

Panzer übersiedelte später zum Roten Kreuz Waidhofen und ist dort nicht nur in einer Funktion bis heute tätig. Neben dem Rettungsdienst ist er seit etwa 16 Jahren bei der Krisenintervention, wo er etwa ersten Beistand beim Tod von Verwandten leistet. Auch den eigenen Leuten hilft er bei der Stressverarbeitung und vier Jahre lang gab er Deutschunterricht für Flüchtlinge, was ihm besonders Freude bereitet hat. Wenn mich die Flüchtlinge auf der Straße wieder sehen, grüßen sie mich und fragen, wie’s mir geht“, freut sich Panzer.

Russisch lernen für Reise nach Sibirien

Seit einigen Jahren lässt Panzer bei Einsätzen den jungen den Vortritt und ist stattdessen für Krankentransporte, hauptsächlich mit Krebspatienten zuständig. „Ich nutze die Gelegenheit immer, um mit ihnen zu reden und sie sind dankbar, wenn ich ihnen persönlich helfen konnte“, sagt er. Insgesamt hat Panzer bisher etwa 6.500 Menschen geholfen.

Beruflich war Panzer vor der Pension als Betriebsleiter in der Privatwirtschaft tätig. Warum er sich vom Roten Kreuz nicht zurückziehen will? „Ich danke dem Schicksal, dass es mir in der Pension so gut geht. Ich möchte den Menschen etwas zurückgeben“, erklärt er.

Doch auch sonst wird dem in Schwarzenau lebenden Jubilar nicht langweilig. Er ist etwa der Musik sehr verbunden, hat sogar in drei Jahren Gesangsstudium klassischen Bariton gelernt. „Ich hab auch Klavier gelernt, bin aber nur ein Klimperer“, scherzt er.  Aufgrund seiner Kenntnisse schrieb er auch einige Zeit lang Musikkritiken für die NÖN. Außerdem reist er gern. „Ich war bereits in allen fünf Erdteilen und habe auch in Amerika und der Schweiz gearbeitet“, erwähnt Panzer.

Daher rührt auch seine Begeisterung für Sprachen. „2021 möchte ich nach Sibirien“, meint der Jubilar. Zurzeit lernt er Russisch mit einer aus Uzbekistan stammenden Bekannten, die im selben Atemzug die deutsche Sprache lernt. „Da plagen wir uns beide und machen beide Fortschritte“, lacht Panzer.