Nach Vandalenakten: Neue Nutzung steht bevor. Gebäude auf ehemaligem Sportplatz wieder mutwillig beschädigt, einer der Erbauer ist frustriert. Bürgermeister verweist auf Pläne für Nachnutzung.

Von Markus Füxl und René Denk. Erstellt am 11. Oktober 2019 (05:26)

Zersplittertes Sicherheitsglas, eine demolierte Lichtanlage und ein kaputter Zählerkasten: Das in die Jahre gekommene Gebäude am alten Sportplatz in Schwarzenau wurde erneut Ziel mutwilliger Zerstörung. Dem 80-jährigen Erwin Pölzl reicht es jetzt.

Der Schwarzenauer ist Obmann vom „Club Eigeninitiative - Verein für Dorferneuerung und Förderung von Kultur, Geselligkeit, Ortsgestaltung und Fremdenverkehr in Schwarzenau“. Er hatte das Gebäude auf dem alten Sportplatz in den 60er Jahren mitaufgebaut. Finanziert wurde es laut Pölzl großteils „aus dem eigenen Geldbörsl“. Er ist traurig, was mit dem Gebäude passiert: „Es ist schade, wenn die Gemeinde einfach nur zuschaut, wie das alles demoliert wird. Aber Schwarzenau ist anders“, formuliert Pölzl einen Seitenhieb in Richtung Bürgermeister Karl Elsigan.

Zum Ärger mischt sich auch Enttäuschung: „Es ist alles zerstört, was ich damals gemacht habe.“ Weil die Gemeinde nicht gegen die Vandalen vorgehe und das Gebäude weiter verfallen lasse, würde auch seine Arbeit von früher nicht wertgeschätzt.

Vandalenakte gab es schon öfters

Anzeigen habe es bisher keine gegeben, die Polizei schaut dort aber immer wieder nach dem Rechten, heißt es von der Polizeiinspektion Schwarzenau. „Es gab dort leider schon viele Vandalenakte in den letzten Monaten. Wir haben das auch der Polizei gemeldet“, betont Bürgermeister Karl Elsigan, dass ihm die Bauten am ehemaligen Sportplatz nicht egal sind.

Deshalb arbeitete Elsigan dort ein neues Projekt aus: Die Anlage soll saniert und zur Nutzung für Vereine und Generationen jeden Alters umgebaut werden. Die ehemalige Kantine und die Sanitäranlagen sollen saniert werden. Weiters soll ein behindertengerechter Aufgang gebaut werden. Auch eine kleine Küche findet sich in den ersten Entwürfen.

ÖVP
Neues Projekt für die Vereine. Bürgermeister Karl Elsigan sicherte sich die Unterstützung von Landesrat Ludwig Schleritzko zu, der sich beim Land für das Projekt einsetzen will.

„Der Kabinentrakt wird ausgehöhlt und zur Seite des ehemaligen Fußballplatzes geöffnet werden“, erklärt Elsigan die Pläne, die beispielsweise eine überdachte Freiluftbühne ermöglichen. Die Gebäudeflächen werden ungefähr gleich bleiben.

Die Feuerwehr soll weiterhin neben dem Skaterplatz die Möglichkeit zum Üben haben. Weiters soll es dort Möglichkeiten für Ballsportarten geben, welche genau das sein werden, müsse man sich erst ansehen, so der Orts-Chef. Auch die Fläche vom Kassahäuschen bis zum Pavillon in der Nähe der Thaya soll attraktiviert werden.

„Die Grobplanung wird jetzt finalisiert. Für dieses und weitere Projekte, wie etwa dem Gemeindezentrum werden wir auch wieder der NÖ Dorferneuerung beitreten“, hofft Elsigan auch auf Förderungen, die das Projekt unterstützen. In welcher Größenordnung spielt sich das Projekt ab? „Zwischen 100.000 und 150.000 Euro schätze ich“, meint Elsigan.