Gemüsekisterl-Kunden werden jede Woche überrascht. Ins Gemüsekisterl von Michaela und Thomas Schnabl kommt, was es gerade gibt.

Von Angelika Koll. Erstellt am 20. Dezember 2020 (03:13)
Michaela und Thomas Schnabl liefern seit acht Jahren Bio-Gemüsekisterl aus.
privat

Michaela und Thomas Schnabl betreiben seit knapp acht Jahren ein Bio-Gemüsekisterl. Über einen Kundenmangel können sie sich in Zeiten von Corona nicht beklagen, doch wird es zum Problem, wenn etwa gewisse Werkzeuge nicht geliefert werden.

200 Haushalte werden beliefert

„Wir waren dadurch mit der Anbauzeit hinten“, berichtet Michaela Schnabl. An Kunden habe man aber vor allem im ersten Lockdown einen Boom bemerkt. „Herausragend war, dass wir den persönlichen Kontakt gehalten haben. Die Telefone sind heiß gelaufen“, meint Michaela. Bei Neukunden habe man auch geprüft, wer die Lieferung wirklich benötigt, immerhin gibt es eine gewisse Grenze, wie viele Leute man beliefern kann. Dabei sind Michaela und Thomas teilweise auch auf Unverständnis gestoßen von Leuten, die nicht in ihrem Liefergebiet wohnen.

Denn ihr Liefergebiet erweitern können Michaela und Thomas nicht mehr, lediglich Kunden im bestehenden Radius aufnehmen. Mittlerweile werden die Gemüsekisterl zwei mal pro Woche bereits an rund 200 Haushalte geliefert — dienstags vor allem im Zwettler Bezirk bis nach Arbesbach und freitags von Gmünd über Weitra bis nach Waidhofen.

40 bis 50 verschiedene Sorten werden angeboten

Begonnen hat alles 2013. „Wegen widriger Umstände sind wir draufgekommen, dass wir im Leben einiges verändern müssen“, erzählt Thomas. So stellten die beiden etwa ihre Ernährung um und merkten dabei, dass regionales Gemüse im Waldviertel gar nicht so leicht zu bekommen ist. Also begannen sie dieses selbst anzubauen und machten sich schließlich damit selbstständig.

Was gerade Saison hat, kommt ins Kisterl.
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Mittlerweile werden auf etwa einem Hektar Fläche 40 bis 50 verschiedene Gemüsesorten angebaut, und das das ganze Jahr über. Dafür waren natürlich einige Experimente notwendig. Mit Folienhäusern haben es Michaela und Thomas schließlich geschafft, auch im Winter einige Sorten anzubieten. „Unsere gesamte Produktion läuft ohne synthetische Energie ab“, ist Thomas stolz. So verbessert sich ihre Bodenqualität mit der Produktion. „Der Sinn soll es ja nicht sein, ständig Dünger hinzuwerfen“, meint Michaela.

Immer wieder neue Sorten zum Kennenlernen

„Es gibt kaum etwas, das nicht funktioniert“, meint Thomas Schnabl. Natürlich gibt es im Waldviertel aber oft einen sehr begrenzten Zeitraum, in dem diese oder jene Pflanze wächst. „Ein Highlight im Sommer sind die Honig- und Zuckermelonen“, berichtet er. Generell bietet das Gemüsekisterl immer wieder eine Überraschung für die Kunden, da es nach der Grundidee der Betreiber mit den Sorten gefüllt ist, die gerade da sind. „Anfangs war das mit Skepsis verbunden. Jetzt sind die Kunden eigentlich froh darüber, weil sie immer wieder neue Sorten kennenlernen“, meint Thomas. Zudem werden auch Ideen zur Verarbeitung angeboten. Schön ist auch zu sehen, dass die Kinder oft schon auf die Lieferung warten und der erste Griff etwa gleich zu einer Karotte geht.

Neben dem kompletten Kisterl gibt es auch die Möglichkeit einzelne Gemüsesorten zu bestellen. Spezialisiert haben sich Thomas und Michaela dabei auch auf Single-Haushalte und Pensionisten. „Man kann bei uns auch einen Erdapfel bestellen“, erwähnen sie.

In drei Jahren wird es auch Obst geben

Die beiden sind jedenfalls froh, die Entscheidung sich selbstständig zu machen getroffen zu haben. Obwohl es in den letzten Jahren natürlich auch Tiefen gab war die Entwicklung grundsätzlich immer positiv. „Wir haben uns dafür aus vollster Überzeugung entschieden und weil wir es gerne machen“, betonen Thomas und Michaela. Wenn nicht gerade die Corona-Pandemie in die Quere kommt, pflanzen sie auch immer wieder gemeinsam mit Kindergartenkindern Gemüse an oder halten Vorträge. Zudem haben sie gerade mit einer Obstbaumkultur begonnen. In etwa drei Jahren wird es dann also zur Saison etwa sieben Obstsorten geben. Auch verschiedene Beeren sind angedacht.