„Historischer Moment“. Das neue Turmkreuz der Propsteikirche wurde am Donnerstag in feierlichem Rahmen aufgesetzt.

Von Maria Moll. Erstellt am 01. September 2016 (02:23)
noen, M. Moll
Im Rahmen eines Festaktes nahm Stadtpfarrer Franz Kaiser zusammen mit den Vorstandsmitgliedern der Sparkasse Zwettl Privatstiftung Direktor Franz Pruckner (4. v. r.), Leopold Rechberger und Karl Schwarz (v. r.) die Segnung des neuen Turmkreuzes der Propsteikirche vor. Dachdeckermeister Friedrich Sillipp (2. v. l.) kletterte aus arbeitstechnischen Gründen in schwindelnde Höhen. An der Feier nahmen auch Stadträtin Andrea Wiesmüller, Abgeordneter Franz Mold, Bezirkshauptmann Michael Widermann und Erwin Schenk, Pruckners Amtsvorgänger, teil.

„Vor 134 Jahren oder 26 Jahre nach der Gründung der Sparkasse Zwettl im Jahre 1856 haben die damals Verantwortlichen des Geldinstituts das Gut Propstei und den Friedhof gekauft“, erzählte der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Zwettl Privatstiftung Franz Pruckner beim Festakt zum feierlichen Aufsetzen des neuen Kreuzes auf den Turm der Propsteikirche am 25. August. „Sie waren der Meinung, dass dieses wichtige Kulturjuwel erhalten werden soll. Heute würde es jeder als verantwortungslos sehen, wenn eine Bank eine Kirche oder einen Friedhof kaufen würde.“

Für die Erhaltung dieses markanten Wahrzeichens der Stadt wurden in den letzten fünf Jahren beträchtliche finanzielle Mittel aufgebracht. Rund 100.000 Euro investierte die Bank in die Renovierung des Karners – für die Eindeckung mit Lärchenschindeln, die Sanierung des Mauerwerks, die Restaurierung des Deckenfreskos und ein neues Altarkreuz.

Die Kosten für die Erneuerungsarbeiten an der Propsteikirche belaufen sich auf rund 235.000 Euro. Damit wurden das Ziegeldach der Kirche, die Turmeindeckung mit Lärchenschindeln und die Erneuerung des Turmkreuzes finanziert. Auch die noch bis 2017 laufende Außenrenovierung ist darin enthalten.

„Dieses enorme Ausmaß an Investitionen wäre ohne wesentliche Beiträge vom Bundesdenkmalamt und der Kulturabteilung des Landes NÖ nicht möglich gewesen“, betonte dazu der Vorstandsvorsitzende. „Mit der Fassadenrenovierung wird der Investitionsbedarf eine Zeit lang gestillt sein. Heute ist ein historischer Moment.“

Pfarrer Franz Kaiser segnete das neuen Kreuz

Der 25. August war nicht nur wegen des Festakts bewusst gewählt worden. Es war den Verantwortlichen ein Anliegen, dass der langjährige „historische“ Stadtpfarrer Franz Kaiser die Segnung des neuen Kreuzes vornahm. Mit einem Geschenk und guten Wünschen für die Pension ging auch die Einladung an ihn einher, im Ruhestand die Stadt oft zu besuchen. Der Pfarrer gab Anregungen für meditativen Zugang zum Symbol des Kreuzes.

Für sein intensives Engagement für die umfangreiche Renovierung der Propstei in den letzten fünf Jahren dankte Pruckner Leopold Rechberger, der sich mit Eifer und Sachverstand eingesetzt hatte.

Dann wurde es für die zahlreich erschienenen Pfarrangehörigen spannend. Dachdeckermeister Friedrich Sillipp erklomm am Gerüst den Kirchturm, wo schon einer seiner Kollegen aus Osttirol wartete. Ein weiterer Tiroler Spezialist ließ sich und das Kreuz auf seinem Rücken aufziehen, das dann an der Turmspitze angeschraubt wurde.

Jetzt leuchtet das Kreuz wieder von der Johanneskirche am Berg. Es ist aus Kupfer, innen hohl, etwa 25 kg schwer und mit 23 Karat Blattgold belegt. „Bei der Abnahme des 1934 angefertigten Kreuzes fand man eine Urkunde, die das damalige historische Ereignis dokumentiert. Mit heutigem Datum wurde wieder eine Urkunde verfasst. Wenn man in einigen Generationen das Kreuz abnimmt, wird man an den 25. August 2016 denken“, merkte Pruckner an. Die Bläsergruppe Klopf umrahmte musikalisch.