Gerichtsverhandlung: Misshandelte Hunde

Fotos, die abgemagerte Hunde mit kotverfilztem Fell zeigen, lassen 55-Jährige aus Sitzmanns kalt: Nach Abnahme diffamierte sie Tierheim Krems.

Jutta Hahslinger Erstellt am 06. Oktober 2021 | 05:03
Gericht
Symbolbild
Foto: APA (Archiv)

Ende März dieses Jahres wurden einer 55-Jährigen in Sitzmanns sieben Vierbeiner - ein Spaniel, ein Weimaraner und fünf Deutsch-Drahthaar-Hunde - abgenommen. Der Zustand der Tiere wurde von den Behördenvertretern mit Bildern dokumentiert.

Die Kremser Tierheimleiterin schilderte im Zeugenstand: „Die Hunde waren in einem schlechten Zustand, das war auf den ersten Blick erkennbar. Stark unterernährt, die Augen entzündet, Flohbefall und sie waren mit Kot und Urin überzogen. Einige Felle waren so verfilzt, dass wir erst nach einer Schur an die Hautentzündungen für eine Behandlung kommen konnten. Die Tiere litten auch an Darmparasiten. Jetzt geht es ihnen wieder gut.“

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Die Tierheimleiterin hatte kaum ausgesprochen, prasselte eine Flut an Vorwürfen von der Beschuldigten, angeklagt wegen Tierquälerei, auf sie ein: „Die Tiere waren bei der Beschlagnahmung in Ordnung, gepflegt und gut ernährt. Die kahlen Stellen und offenen Wunden müssen im Tierheim passiert ein“, wetterte sie lautstark und hatte auch für die belastenden Fotos eine Erklärung parat: „Die sind vom Tierheim manipuliert, um Spenden zu kassieren.“

„Die Fotos machte die Polizei“, klärte die Richterin auf und wollte wissen: „Sie haben seit 2017 ein Tierhalteverbot. Warum halten Sie sieben Hunde?“

„Ich habe nur aufgepasst“, sagte die 55-Jährige und benannte die Hundebesitzer. Für die Einvernahme der vermeintlichen Besitzer wurde vertagt.