Manfred Chobot über die Erlebnisse einer Kreuzfahrt. Autor Manfred Chobot las in der Galerie blaugelbezwettl in Zwettl aus seinem neuesten Werk.

Von Maria Moll. Erstellt am 15. Juni 2021 (12:57)
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Martin Anibas (rechts) begrüßte zur Sonntagsmatinee in der Galerie blaugelbezwettl den Wiener Schriftsteller Manfred Chobot und seine Frau Dagmar.
Maria Moll, Maria Moll

Der Schriftsteller Manfred Chobot las als „Wiederholungstäter“ in der Sonntagsmatinee in der Galerie blaugelbezwettl.

1947 in Wien geboren, war er in seiner Jugend erfolgreicher Wettkampfschwimmer, brach kurz vor dem Abschluss sein Studium der Kulturtechnik und Wasserwirtschaft ab, arbeitete für den ORF und wandte sich dem literarischen Schaffen zu. Er schrieb 50 Bücher, darunter zwei Bände mit „Minikrimis, die keine Krimis, sondern Kurzgeschichten mit kriminellem Hintergrund sind“.

Als 2018 die Goldene Hochzeit von Manfred und Dagmar Chobot bevorstand, entschlossen sich die beiden zu einer Weltreise auf dem Kreuzfahrtschiff Cara aus der Flotte des Unternehmens Aida. Das Resultat dieser Reise um den Globus hat der Schriftsteller in seinem jüngsten Werk „In 116 Tagen um die Welt“ festgehalten. Nahezu vier Monate mit fast 1.100 Menschen, „sehr netten und minder netten“, auf engstem Raum zusammenzuleben, das brachte oftmals ungewöhnliche Situationen. Chobot beobachtete, fragte nach, schrieb seine Erlebnisse auf und verwendete sie für Beiträge in Ursula Burkerts Reisefeature „Ambiente“ bzw. in seinem Buch.

Schiff war ein seetüchtiges Altersheim

Aus dem genannten „Logbuch“ über die Kreuzfahrt las Chobot kurze Textpassagen vor, beginnend mit dem Einchecken im Hafen Hamburg. In humorvollem Ton schilderte er die Überprüfung aller Pässe vor dem Landgang einiger Passagiere in London – „gleichsam ein Identitätsabgleich“! Und: „Wir lagen im Trend des hohen Altersdurchschnitts an Bord, denn jüngere Arbeitnehmer können es sich kaum leisten, vier Wochen am Stück Urlaub zu machen“, stellte Chobot fest und verglich das Schiff mit einem „seetüchtigen Altersheim“. Er las von den 39 Menschen, „fast alle Nachfahren der Meuterer auf der Bounty“, die, abgeschieden im Pazifik, in der einzigen Siedlung auf einer der Pitcairninseln leben und brachte noch vieles mehr zu Gehör. „Die Gefahr, auf Kreuzfahrten süchtig zu werden, besteht bei Dagmar und mir nicht“, meinte Chobot.