Bär Mark hat Bauchweh und Schmerzen

Erstellt am 20. Jänner 2023 | 09:08
Lesezeit: 3 Min
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Bär Mark lugt aus seiner Höhle hervor.
Foto: VIER PFOTEN
Eine erste große Untersuchung bei Bär Mark nach seiner Ankunft im Bärenwald zeigt gesundheitliche Probleme des ehemaligen Rumänischen Restaurantbärs, der im Dezember befreit und nach Arbesbach übersiedelt wurde. Der Bär leidet unter anderem an Gastritis und abgenutzten Gelenken. Jetzt wird er zum Fressen motiviert.
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„Es wundert uns nicht, dass Mark gesundheitliche Probleme hat. Die jahrzehntelange schlechte Haltung und die falsche Ernährung haben natürlich Spuren hinterlassen. Wir haben schon nach kurzer Zeit gesehen, dass er nicht aufstehen will und immer verhaltener frisst. Deshalb haben wir beschlossen, dem Problem auf den Grund zu gehen. Mit diesem Befund wollen wir nun seine Fütterung besser auf seine Bedürfnisse abstimmen und ihn auch durch Medikamente unterstützen. Wir hoffen sehr, dass wir auch die organischen Probleme in den Griff bekommen; in jedem Fall werden wir Mark aber keiner Punktion zur Gewebeentnahme aussetzen – der Stress wäre zu groß für ihn“, erklärt Annelies Friedl, Cheftierpflegerin im Bärenwald Arbesbach.

Bär Mark sollte Muskeln aufbauen

Zur Zeit schläft Mark sehr viel. Immer wieder wittert er aber interessiert aus seiner Höhle heraus. Sigrid Zederbauer, Betriebsleiterin im Bärenwald Arbesbach, sagt: „Wir hoffen, dass er bald mutig genug ist, um sein Gehege auch weiter zu erkunden und die notwendigen Muskeln aufzubauen. Für einen Bären ist diese Umstellung nach über 20 Jahren natürlich zunächst einmal ein großer Stress. Mit Bären ist das tatsächlich wie mit Bäumen: Sie zu verpflanzen ist kein einfaches Unterfangen.“

Mark ist appetitlos und hat vermutlich Schmerzen

Eine Sorge für das Team ist Marks Appetitlosigkeit, die wohl seiner Gastritis geschuldet ist, und damit die tägliche Vergabe seiner Medikamente. Cheftierpflegerin Annelies Friedl: „Er nimmt das Futter derzeit nur schlecht an – und damit auch die Medikamente. Wir geben unser Bestes, damit wir ihn dazu „überreden“ können. Honig ist zum Beispiel ein guter Überredungskünstler; damit gelingt es zumindest immer wieder, Mark zur Einnahme von Futter und Medikamenten zu bringen.“

Neben einer Gastritis, abgenutzten Gelenken und teilweise gebrochenen Zähnen bzw. offenen Zahnwurzelkanälen zeigen die Ultraschall- und Röntgenaufnahmen auch Vergrößerungen der Leber und Auffälligkeiten bei Prostata und Hoden.

Das gesamte Team des Bärenwald Arbesbach und von Vier Pfoten drücken nun Bär Mark die Daumen, damit er sich bald erholt und endlich sein wohlverdientes zweites Leben genießen kann.

Vielleicht tut Bär Mark menschlicher Besuch gut?

Der Bärenwald Arbesbach ist eines von mehreren Bärenschutzzentren von Vier Pfoten. Derzeit leben mit Tom, Brumca, Erich und Mark hier vier Braunbären auf insgesamt 14.000 Quadratmetern.

Über den Winter ist der Bärenwald geschlossen. Für Besucher gibt es ab dem Frühjahr täglich zwischen 10 und 18 Uhr wieder die Möglichkeit, diese faszinierenden Tiere aus nächster Nähe zu beobachten. Jeden Mittwoch und Freitag um 15 Uhr, am Samstag um 16 Uhr und am Sonntag um 10:30 Uhr findet eine Führung (auch ohne Voranmeldung) statt.

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