Aus für Einsatz-Striptease für die FF Weinpolz. Feuerwehrhaus soll bis 2019 fertig sein. Dann müssen die Feuerwehrmänner nicht mehr bei offenem Garagentor neben der Bundesstraße in die Einsatzuniform schlüpfen.

Erstellt am 01. Juni 2017 (05:00)

Höhepunkt des dreitägigen Festes der Freiwilligen Feuerwehr Weinpolz stellte neben den Abschnittsfeuerwehrleistungsbewerben am Samstag der Spatenstich für das neue Feuerwehrhaus am Sonntag dar.

Kommandant Georg Keinrath betonte in seiner Begrüßung, dass die Feuerwehr heuer ihr 40. Feuerwehrfest-Jubiläum feierte und zitierte aus der Chronik, dass es damals viele Pro- und Kontrastimmen gab, bis man sich dazu entschieden hatte von 24. bis 25. Juni 1978 das Fest abzuhalten. „Und es war scheinbar ein Erfolg“, betonte der Kommandant der 50-köpfigen Wehr.

FF-Haus steht seit 1958

Nach der Festmesse mit Pfarrer Zenon Gaska ging Keinrath auf das bestehende Feuerwehrhaus ein, dass 1958 gebaut und für 28 Mitglieder dimensioniert war: Mit dem Haus, das direkt neben der Bundesstraße liegt, gibt es große Platzprobleme.

„Die FF-Mitglieder mussten ihre Einsatzbekleidung (Anm.: die es 1958 auch so noch nicht gab) vor den offenen Garagentoren des Feuerwehrhauses anziehen. Ich glaube, es ist nicht zeitgemäß, sich neben einer stark befahrenen Straße bis zur Unterhose auszuziehen und die Einsatzbekleidung anzulegen. Von den Temperaturen zu den verschiedenen Jahreszeiten rede ich gar nicht“, schilderte Keinrath plakativ.
Schleritzko: „Hilfe mit Hirn und Hausverstand!“

600.000 Euro Gesamtkosten

Das neue eingeschoßige Haus wird 440 Quadratmeter für einen Mannschaftsteil sowie eine Garage bieten. Baustart wird im Juli sein, nach einer Bauzeit von rund zwei Jahren, hofft der Kommandant auf die Fertigstellung 2019. Im Plan für das neue Haus sind 10.000 freiwillige Stunden, die von der Wehr und ihren Helfern absolviert werden. Von den 600.000 Euro Gesamtbaukosten werden Land und Gemeinde 345.000 Euro fördern. Für den Rest kommt die Feuerwehr mit Eigenmittel und Eigenleistungen auf.

Bürgermeister Franz Gressl betonte die lange Zeit, die vom erstmaligen Wunsch der Feuerwehr bis zur „Grundsteinlegung“ vergangen ist. „Von 2010 bis 2014 stellte die Amtshaussanierung absolute Priorität dar. Auch der Zubau des Musikheimes wurde erledigt.“

Gressl erwähnte auch erste Kostenschätzungen, die sich auf 800.000 Euro beliefen, in der Jänner-Gemeinderatssitzung 2017 wurde der Neubau beschlossen. Gressl wünschte viel Energie, vor allem unfallfreies Arbeiten und viel Freude mit dem neuen Haus.

Ehrenzeichen für 60-jährige Tätigkeit

Bezirkskommandant-Stellvertreter Karl Kainrath ehrte das älteste Feuerwehrmitglied Willibald Waldhör, der erst vor Kurzem seinen 88. Geburtstag feierte, mit dem Ehrenzeichen für 60-jährige verdienstvolle Tätigkeit im Feuerwehrwesen.

Landtagsabgeordneter Franz Mold freute sich besonders, dass „wir nach vielen Jahren wieder einen g’standenen Waldviertler in der Landesregierung haben“ und überließ die Bühne Landesrat Ludwig Schleritzko. Der Landesrat ging darauf ein, dass 97 % der Österreicher der Feuerwehr vertrauen: „Warum? Weil die Feuerwehr für Freiwilligenhilfe mit Hirn und Hausverstand steht! Als Finanzlandesrat freue ich mich über jeden Euro, den wir für die Feuerwehren bereitstellen, denn diesen ersparen wir uns auf anderer Ebene damit doppelt und dreifach!“