Zwettler Stadtmauer wird nun saniert. Steine lösten sich hinter dem Seniorenzentrum St. Martin aus der Mauer. Fertigstellung Ende Oktober.

Von Markus Füxl. Erstellt am 16. Oktober 2020 (05:21)

Mit einem Alter von fast 800 Jahren weist die Stadtmauer Alterserscheinungen auf. Deutlich wurde das zuletzt beim Teilbereich hinter dem Seniorenzentrum St. Martin: Mehrere Steine hatten sich im Sommer gelockert und sind auf den Parkplatz gefallen. Aktuell laufen Sanierungsarbeiten.

„Auf einer Länge von fast 60 Metern sind erosionsbedingt im Laufe der Jahre viele Schadstellen aufgetreten. Ein Problem dabei stellt auch das Eindringen von Niederschlagswasser über die zum Teil offene Mauerkrone sowie der Wurzeldruck durch den Bewuchs an der Stadtmauer dar“, erklärt Franz Oels von der Zwettler Bürgerstiftung und Heimleiter des Seniorenzentrums St. Martin.

Der Großteil des Abschnitts befindet sich im Eigentum der Bürgerstiftung, ein weiterer Teil beim Schulturm gehört der Mittelschulgemeinde Zwettl.

Spezielle Mörtel-Mischung

Seit der zweiten Septemberwoche laufen die Arbeiten, ungefähr die Hälfte ist geschafft. Dazu wird ein spezieller Mörtel händisch abgerührt: „Die Mischung besteht aus Estrichsand, Mauersand und Löschkalk. Es ist kein Zement drin, denn das würde bald wieder reißen“, erklärt Oels.

Der helle Mörtel wird in die Fugen eingearbeitet und dunkelt nach. Damit fügen sich die Ausbesserungen in das Gesamtbild ein.

Efeu wurde bereits entfernt

„Anfangs haben wir überlegt, nur lokale Stellen auszubessern. Da kommt aber schnell die Frage: Wo fängst du an, wo hörst du auf?“, erklärt Oels. Außerdem sei die Mauer auch ein Prestigeobjekt, das es zu erhalten gelte. Deshalb habe man beschlossen, die gesamte Mauer zu sanieren. Dazu wurde auch bereits im oberen Teil der Efeu entfernt. „Die Natur entwickelt eine wahnsinnige Kraft und zersprengt das Gestein von innen heraus“, sagt Oels.

So war die Mauerkrone bisher nicht bis zur Kante abgedeckt. Wasser und Wurzeln konnten so von oben eindringen. Auch diese „Abdeckung“ wurde bereits gemacht und reicht nun bis zur Mauerkante.

Die Arbeiten laufen seit der zweiten Septemberwoche, ungefähr eine Hälfte ist bereits geschafft. Jetzt soll das Gerüst versetzt werden und die zweite Hälfte saniert werden. Das Parken in dem Bereich wird weiter möglich sein, verspricht Oels: „Vielleicht müssen wir auf Längsparken umstellen.“ Wenn es die Witterung zulässt, sollen die Arbeiten bis Ende Oktober abgeschlossen sein.