Planetarium in Martinsberg ist eröffnet. Bei der Sternwarte in Oed entstand ein Planetarium. Nun konnte dieses feierlich eröffnet werden.

Von Reinhard Hofbauer. Erstellt am 19. August 2021 (04:16)
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Sternwartevereins-Obmann Gerhard Janu (3. v. r.) und die Redner bei der Eröffnung des Planetariums (v. l.): Michael Jäger, Bürgermeister Friedrich Fürst, Landtagspräsident Karl Wilfing, Leaderregions-Obmann Dieter Holzer und Bezirkshauptmann Michael Widermann.
Reinhard Hofbauer

Bei der Sternwarte in Oed wurde ein Planetarium geschaffen, das am 12. August feierlich eröffnet wurde. Finanziert wurde das Projekt, das laut Bezirkshauptmann Michael Widermann „Martinsberg zum astronomischen Zentrum macht“, von der Leaderregion Südliches Waldviertel-Nibelungengau (68.000 Euro), dem Land (20.000 Euro) und der Marktgemeinde Martinsberg (32.000 Euro).

Einzigartiger Sternenhimmel

 Das Planetarium, das vom Architekten Dominik Wiesinger geplant worden ist, und für das Hobby-Astronom Michael Jäger viel Zeit geopfert hat, wird vom Sternwarteverein Orion unter Obmann Gerhard Janu mit rund 80 Mitgliedern betrieben. „Hier ist der Sternenhimmel einzigartig, und hier steht auch der Turm des Österreichischen Astronomischen Vereins mit der Feuerkugelstation“, erklärte Jäger und nannte die Intentionen des Vereins: „Wir wollen den Leuten eine Orientierung geben und ihnen beim Umgang mit ihren Fernrohren helfen.“

Führungen werden einmal im Monat und nach Vereinbarung angeboten, und jeden Monat werde auch ein Stammtisch abgehalten. Termine dazu findet man auf der Homepage http://www.sternwarte.wvnet.at, auf der Facebook-Seite sowie über die Gemeinde. Im Vordergrund steht natürlich auch die Beobachtung des Sternenhimmels.

„Ich erlebte vor 18 Jahren die Anfänge dieser Sternwarte. Jetzt kann ich erstaunt sagen, dass das eine große Sache ist. Es ist einzigartig, dass sich hier Menschen gefunden haben, die andere angesteckt haben“, meinte Bezirkshauptmann Widermann und wies auf die Perseiden-Schau am Abend hin.

Bürgermeister Friedrich Fürst, der zahlreiche Festgäste begrüßen konnte, dankte unter anderem auch dem Künstler Martin Vollgruber, der das Sternbild des Orion schon früher künstlerisch dargestellt und nun restauriert hat.

Oase in lichtverschmutzter Welt

„Die Leaderregion unterstützte die Sternwarte schon mehrmals mit kleineren Projekten. Diesmal war es ein großer Wurf“, berichtete Dieter Holzer, der Obmann der Leaderregion Südliches Waldviertel-Nibelungengau. Landtagspräsident Karl Wilfing, der Michael Jäger bereits seit 40 Jahren kennt und sich mit ihm alljährlich trifft, lobte das Engagement seines Freundes: „Er hat sich schon als Jugendlicher mit der Astronomie beschäftigt, und er ist imstande, in seiner Freizeit Großes zu leisten. Vor drei Jahren hat er Martinsberg entdeckt“. Karl Wilfing wusste erstaunlich viele Fakten über die Gemeinde, „die in den letzten Jahren Großartiges geleistet hat“.

Pastoralassistentin Eva Spreitzer segnete schließlich das neue Planetarium: „Dieses Gebäude soll vielen Menschen einen Blick auf die Sterne und auf die Schöpfung Gottes ermöglichen!“

Michael Jäger präsentierte im Planetarium dann noch zwei Filme. Einer beschäftigte sich mit der Frage, warum die Sternwarte und das Planetarium gerade hier entstanden sind: „Martinsberg ist eine Oase in einer lichtverschmutzten Welt, denn hier im Weinsberger Wald ist es sehr dunkel.“ Der zweite Film gab einen historischen Überblick über die Entstehung der Waldviertler Sternwarte Orion und präsentierte großartige Aufnahmen vom Sternenhimmel und den Galaxien. Am Abend lud Jäger dann noch zur Beobachtung der Perseiden-Sternschnuppen ein.

Für den musikalischen Rahmen sorgte die Trachtenmusikkapelle Martinsberg.