"Fahrendes Volk" hinterließ Unrat. NÖN-Leser will sogar weggeworfene Autoreifen gesehen haben, wo vorher ein fahrendes Volk campierte. Lokalaugenschein ergab weggeworfene Flaschen und Dosen.

Von Markus Füxl. Erstellt am 16. August 2019 (04:23)
Markus Füxl
Eine Schnur zwischen den Bäumen (großes Bild) sowie weggeworfene Karten oder Glasflaschen (kleine Bilder) zeugen noch von der Anwesenheit der Gruppe in Stift Zwettl.

Leere Weinflaschen, zerkochte Erdäpfel und zerfledderte Kartenspiele: Bis vor kurzem zog ein fahrendes Volk durch Stift Zwettl und hinterließ ihren Unrat.

Ein Leser wandte sich an die NÖN und beschwerte sich über den zurückgelassenen Müll. So hätten die „Camper“ auch alte Autoreifen auf dem Gelände zurückgelassen. Bei einem NÖN-Lokalaugenschein war davon nichts mehr zu sehen, allerdings waren noch immer leere Flaschen, Dosen und eine Schnur zu sehen, die offenbar als Wäscheleine zwischen zwei Bäumen gespannt war, vor Ort. Dass eine oder mehrere Familien auf dem Gelände unterwegs waren, bestätigt Stadtrat Josef Zlabinger auf Nachfrage:

„Da hast du keine Chance. Wenn die einmal da sind, kriegst du sie so schnell nicht weg.“ So hätte das „fahrende Volk“ das Recht, bis zu drei Tage ohne weitere Genehmigung öffentliche Plätze zu bewohnen. „Ab drei Tagen wäre das Ganze auf der Bezirkshauptmannschaft meldepflichtig“, sagt Zlabinger. Dass sich dort jemand meldet, passiert aber in den seltensten Fällen. Auch für hinterlassenen Müll ist meistens die Gemeinde zuständig.

Stadtrat überlegt, Dixi-Klos aufzustellen

Oft würde im Vorhinein mündlich vereinbart, dass die Camper für die Müllentsorgung zahlen. Alles, was darüber hinaus liegen bleibt, oder nicht extra ausgemacht wurde, muss die Stadtgemeinde säubern. Für die Zukunft überlegt Zlabinger, für die Gäste eigene Dixi-Klos aufzustellen, damit keine „unliebsamen Nebeneffekte“ entstehen, sagt der Stadtrat: „Wir werden uns etwas überlegen müssen.“

Dass auf der Wiese eigentlich keine Zelte aufgeschlagen werden dürfen, prangt mit „Campieren verboten“ auf einer Hinweistafel. Die kurzfristigen Camper seien ohnehin mittlerweile weitergezogen, sagt Zlabinger: „Der Zirkus ist aus.“