Kunsthistoriker auf den Spuren der Kaiser. Kunsthistoriker zeigte im Stift Zwettl die Spuren der Habsburger, auch wenn nicht alle mehr dort vorhanden sind.

Von Maria Moll. Erstellt am 05. Oktober 2019 (04:23)
Der studierte Kunsthistoriker Andreas Gamerith führte am „Tag des Denkmals“ eine beachtliche Gästeschar durch Stift Zwettl.
Moll

Das Bundesdenkmalamt rief am Sonntag unter dem Titel „Kaiser, Könige und Philosophen“ zum „Tag des Denkmals“. Im Stift Zwettl konnten die Spuren der Habsburger von mehr als 60 Gästen nachverfolgt werden.

Der Kunsthistoriker Andreas Gamerith zeigte den Besuchern beim Rundgang „Kaiserliches Zwettl“ Auswirkungen der Verbindung des Stiftes mit dem Herrscherhaus. Nach dem Treffen im mittelalterlichen Abteihof begann er seine Ausführungen im ersten Stock des unter Abt Melchior Zaunagg königlich prunkvoll umgebauten Gebäudekomplexes.

Im Süden befinden sich heute die Gästezimmer des Bildungshauses, im Norden die Klosterschule mit dem Sängerknabenkonvikt und im Osten die repräsentativen Räumlichkeiten mit dem wichtigsten Saal des Hauses, der „galleria maior“, von dem nur noch Fragmente vorhanden sind. Dieser Kaisersaal, nach dem Vorbild in Versailles gebaut, füllte den ganzen Westtrakt aus. Dekoriert war der Saal mit Fresken und Temperamalerei auf Gipsgrund, von denen Gamerith nur Bilder zeigen konnte. In dem Raum standen auch 16 lebensgroße Statuen, immer vier für die Kontinente, die Jahreszeiten, die Sibyllen (Prophetinnen) und Heilige aus dem Alten Testament.

Troger-Fresken am Ende des Rundganges

Der Kunsthistoriker machte einen Abstecher in den mit exotischen Pflanzen und Tieren ausgemalten Raum, der einst Johann Wenzl Bergl zugeschrieben wurde und sprach etwa über die Chronogramme auf dem Stiftsturm und die Kaiserloge. Gamerith zeigte das Bild des Sakramentshäuschens, das sich heute ebenso in der Franzensburg in Laxenburg befindet wie die prachtvolle Decke aus dem Kaisersaal. Ein Halt bei Paul Trogers Fresken in der Bibliothek rundete den Rundgang ab.