Corona-Zwangspause ist beendet. Im sparkasse.event.raum sorgten Otto Lechner, Melissa Coleman und Karl Ritter für das erste Syrnau-Konzert nach dem Lockdown.

Von Maria Moll. Erstellt am 16. September 2020 (13:53)
Künstler und Veranstalter fröhlich vereint (v. l.): Jakob Kainz, Josef Koppensteiner, Melissa Coleman, Karl Ritter, Otto Lechner und Erwin Schierhuber.
Maria Moll

Hörbar erleichtert und froh begrüßte Josef Koppensteiner vom Zwettler Kulturverein Syrnau am Freitagabend zum ersten Konzert nach dem Lockdown im sparkasse.event.raum. Aufgrund der Corona-Maßnahmen musste die Gästezahl auf 40 gesenkt werden. Aber diese Plätze sind längst ausverkauft.

„Koppe“ weist auch gleich darauf hin, dass Peter Dürr zur Steigerung des Platzangebots am 26. September im Hamerlingsaal des Gasthauses Schierhuber auftreten wird. Und Ende Oktober feiert „die Syrnau“ mit einem schönen Veranstaltungsreigen ihr zehnjähriges Bestehen.

Akkordeonist Otto Lechner, aufgewachsen im Dunkelsteinerwald, fünfzehnjährig erblindet, mit Wohnsitz in Gars am Kamp, eröffnet die jazzigen Darbietungen des Improvisationstrios Ritter–Lechner-Coleman: „Das Konzert soll in erster Linie dazu dienen, hier anwesende Musikerinnen und Musiker unter Ihnen zu inspirieren, auch Musik zu machen, die man nicht gleich, nicht sofort versteht. Für uns ist Musik Kommunikation.“
Die Drei lassen einfach Töne aus ihren Instrumenten im Raum schwingen, die sich allmählich steigern und abwechslungsreich zu kleinen Melodien vereinen.

Mit Lechner musiziert Melissa Coleman, geboren im australischen Melbourne, die in ihrer Heimat klassischen Klavierunterricht genoss, das Instrument wechselte und heute von Wien aus als Cellistin in Ensembles und als Solistin wirkt. Der gebürtige Stockerauer Karl Ritter vervollständigt an der Gitarre das Trio. Auf die Frage, ob er Improvisationen zu spielen als schwieriger empfindet als fertig gegebene Kompositionen, sagt er: „Schwierig wird das erst, wenn man mehrere Konzerte dieser Art hintereinander spielt, denn man will sich ja nicht wiederholen.“ Ritter kann aber auch ganz anders, war er doch schon Mitglied in Ostbahn- Kurtis „Chefpartie“.

Auch der Konzertbeginn nach der Pause ist sanft und behutsam, steigert sich aber alsbald zu aufwühlenden Motiven, hämmernd und eruptiv, dann wieder breit und mächtig. Otto Lechner überrascht zudem mit dunkler Lautmalerei seiner wandelbaren Stimme. Und mit großem Spaß an ihrem lebhaften Spiel schenken die drei Künstler ihrem Publikum noch eine Zugabe.