Neues Notarzt-Auto in Zwettl am Prüfstand. Bezirksstelle Zwettl des Roten Kreuzes nimmt drei mögliche neue Fahrzeuge für ganz Niederösterreich unter die Lupe.

Von Markus Füxl. Erstellt am 14. März 2018 (04:31)
Markus Füxl
Das Rote Kreuz Zwettl testet gerade ein neues Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF). Im Bild: Der hauptberufliche Mitarbeiter Thomas Grünsteidl und Bezirksstellen-Geschäftsführer Manfred Ehrgott mit einem VW Touareg. Davor fuhren die Ärzte mit einem VW T6, aktuell sind die Notärzte und Notfall-Sanitäter in einem BMW 220 Grand Tourer unterwegs.

Seit Anfang März testen Notärzte und Notfallsanitäter der Bezirksstelle Zwettl des Roten Kreuzes ein neues Notarzt-Einsatzfahrzeug (NEF).

Gemeinsam mit Horn ist Zwettl im Waldviertel neben sieben weiteren Standorten Teil einer niederösterreichweiten Testaktion. Jeder Einsatz wird dabei dokumentiert. Nach jedem Einsatztag füllen Mitarbeiter einen Fragebogen aus. Am Ende der Testphase wertet eine Arbeitsgruppe in Tulln die Berichte aus und entscheidet darüber, welches Fahrzeug künftig landesweit eingesetzt wird.

Drei Fahrzeugtypen wurden getestet

Getestet werden drei Fahrzeugtypen: Anfang März war ein VW T6, eine Bus-Kurzvariante, im Einsatz. Danach fuhren die Zwettler einen VW Touareg. Aktuell sitzen die Ärzte in einem BMW 220 Grand Tourer, der vom Roten Kreuz in Bayern verwendet wird.

Im Team in Zwettl gibt es unterschiedliche Meinungen zu den Fahrzeugen, sagt Manfred Ehrgott, Bezirksstellen-Geschäftsführer: „Das verhält sich wie beim Fußball, da haben wir in Österreich acht Millionen Nationaltrainer. Jeder der einen Führerschein hat, ist auch gleich Kfz-Techniker“, schmunzelt er.

Auch bei der Umstellung im Juli 2016 vom Notarztwagen auf das NEF, einem VW Passat, gab es Bedenken bei einigen Mitarbeitern. „Mittlerweile fahren aber alle gerne damit“, so Ehrgott.

Das Fahrzeug komme jetzt aber „schön langsam zum Ende seines Lebenszyklus“, erklärt er: „Die Einsatzfahrzeuge sind meist im Grenzbereich unterwegs. Die Fahrer müssen viel und kräftig bremsen, das nimmt das Auto deutlich mit.“

Entscheidung soll bis Jahresmitte fallen

Bei der Bewertung der drei neuen Testfahrzeuge werde vor allem darauf geschaut, wie das Equipment im jeweiligen Auto untergebracht und verwendet werden kann. Neue Ausrüstung wird nämlich nicht angeschafft, sondern „übersiedelt“ mit in das neue NEF.

Alle Fahrzeuge besitzen einen Allradantrieb. Gravierende Unterschiede gibt es bei den PS und der Größe. So könnte man im T6-Bus einen zusätzlichen Tragsessel unterbringen, was in den anderen Autos nicht möglich ist. „Wichtig ist, dass wir damit Leben retten können. Und das funktioniert mit allen drei“, fasst Ehrgott zusammen.

Bis Jahresmitte soll die Entscheidung fallen, welches Fahrzeug niederösterreichweit stationiert wird.